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Feierliche Momente beim Volkstrauertag: Nach der Rede von Oberbürgermeister Frank Schneider (rechts) spielte der Großglattbacher Posaunenchor.  hepfer
Feierliche Momente beim Volkstrauertag: Nach der Rede von Oberbürgermeister Frank Schneider (rechts) spielte der Großglattbacher Posaunenchor. hepfer
19.11.2017

Gedenken an Opfer von Krieg und Gewalt

Am Volkstrauertag haben in der Region wieder zahlreiche Gedenkfeiern stattgefunden. Vor 50 Bürgern am Mahnmahl auf dem Großglattbacher Friedhof fand der Mühlacker Oberbürgermeister Frank Schneider eindringliche Worte. Dazu spielte der Posaunenchor die Choräle „Bewahre uns Gott“ und „Es ist gewißlich an der Zeit“.

Schneider sagte, man müsse sich in solchen Momenten immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass weltweit viele Menschen ihr Leben durch Krieg und Gewalttaten verloren hätten. Das Gedenken schärfe das Gewissen, aktiviere die Verantwortlichkeit gegenüber den Mitmenschen, bedeute Mahnung, Einkehr und Verpflichtung zugleich. „Am Volkstrauertag aber auch am Totensonntag wird in besonderer Weise an die Wechselfälle des Lebens erinnert“, so Schneider weiter, der insbesondere das millionenfache Blutvergießen im Ersten Weltkrieg, aber auch den Völkermord des Naziregimes im Zweiten Weltkrieg anprangerte. Aus diesen furchtbaren Ereignissen müsse man lernen und über die Vernunft Einsichten und Erkenntnisse gewinnen. Zudem plädierte der Oberbürgermeister für mehr Toleranz und menschliche Zuneigung. Man müsse gerade in Zeiten von Kriegen und Flüchtlingsströmen auch Verständnis für andere Kulturen aufbringen, um friedlich zusammenleben zu können.

Auch in Knittlingen, Freudenstein-Hohenklingen und Kleinvillars gedachten viele Menschen den Opfern von Gewalt und Krieg. Im Mittelpunkt der Ansprachen standen allerdings auch die täglichen Schreckensmeldungen über Anschläge, Massaker und Verfolgungen. „Frieden und Freiheit sind die Grundlagen jeglicher menschlichen Existenz“, mit diesem Zitat des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer begann der evangelische Stadtpfarrer Hans Veit die Gedenkfeier auf dem Knittlinger Friedhof: „Einmal im Jahr erinnern wir uns am Volkstrauertag an die wohl schwierigste Zeit der deutschen Geschichte mit zwei Weltkriegen und den daraus resultierenden zahllosen Opfern, gefallenen Soldaten, Vertriebenen und Ermordeten.“ Die Frage nach Krieg und Frieden sei heute leider immer noch aktuell. „Wenn wir nicht mehr an diese Menschen denken, dann sind sie wirklich tot“, charakterisierte Veit den Sinn des Volkstrauertages.