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© Symbolbild Adobe Stock
06.05.2019

Gefährlicher Scherz: Unbekannte entfernen massenhaft Gullydeckel in Knittlingen

Knittlingen. Falls es ein Scherz sein sollte, ist er den Unbekannten in Knittlingen nicht gelungen: Dort haben Vandalen in der Nacht zum Sonntag mindestens zehn Gullydeckel aus ihrer Verankerung im Boden gehoben und damit die Gefährdung aller anderen Verkehrsteilnehmer riskiert.

Zwischen 0 und 5 Uhr am Sonntagmorgen müssen die Unbekannten laut Polizei am Werk gewesen sein, hoben sowohl Gullydeckel als auch Gullyeimer aus der Verankerung. Die Eimer und Deckel konnten in unterschiedlichen Vorgärten und Böschungen aufgefunden werden. Glücklicherweise wurde die Gefahrenstelle entdeckt, bevor jemand zu Schaden kam.

Wer hierzu Beobachtungen gemacht hat oder sachdienliche Hinweise geben kann, soll sich bitte mit dem Polizeirevier Mühlacker unter der Rufnummer (07041) 96930 in Verbindung setzen. 

Im Fall einer Gruppe junger Männer, die im Landkreis Karlsruhe unter anderem wegen des Öffnens von Gullys und dem Deponieren der Deckel auf der Straße von der Polizei geschnappt wurde, hatte die Staatsanwaltschaft Anklage wegen mehrfachen versuchten Mords erhoben (siehe unten).

Frühere Fälle zum Teil mit tödlichem Ausgang

Knittlingen. Nach dem Ausheben mehrerer Kanaldeckel auf der Bertha-Benz-Straße beziehungsweise dem Verbindungsweg zur B35, was am 28. Mai 2018 zu einem Unfall führte, sind insgesamt drei Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren als Tatverdächtige ermittelt worden.

Pforzheim. Wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr suchte die Pforzheimer Polizei nach einem 20-jährigen Mann. Er wurde verdächtigt, einen Gullydeckel auf die Würmtalstraße beim Kupferhammer gelegt zu haben. Drei Autos fuhren über das Hindernis und wurden dabei erheblich beschädigt, zwei Fahrzeuge mussten sogar abgeschleppt werden.

Kämpfelbach. Unbekannte haben in Ersingen an der Kämpfelbachstraße einen Kanaldeckel von der Fahrbahn entfernt. Was für Autofahrer zu einem unberechenbaren Unfallgrund werden kann, wurde letztlich einem Fußgänger zum Verhängnis. Er stürzte in das Loch auf der Straße und verletzte sich dabei.

Keltern. Ein falsch eingelegter Gullydeckel hat in Dietlingen einen Unfall verursacht, bei dem ein Radfahrer leicht verletzt worden ist.

Keltern. Einen dummen Streich haben sich in Dietlingen vermutlich einige Jugendliche geleistet, indem sie einen Gullydeckel vom Schacht abgehoben und daneben auf die Straße gelegt haben. Ein 73jähriger BMW-Fahrer fuhr über diesen ausgehobenen Schachtdeckel, der daraufhin gegen den Unterboden seines Wagens geschleudert wurde und diesen beschädigte.

Neuenbürg. Das hätte auch schlimmer ausgehen können: Unbekannte haben sich in der Nacht einen üblen Scherz erlaubt und auf dem Obernhäuser Weg in Neuenbürg einen Gullydeckel entfernt. Ein VW-Sharan-Fahrer fuhr prompt hinein.

Wimsheim. Dummheit kann gefährlich sein. Das Enfternen oder Manipulieren von Schachtdeckeln ist beides. Solch ein Unfug ist einer 39-jährigen Fahrerin eines VW Touran auf der „Steig“ von Wimsheim in Richtung Friolzheim zum Verhängnis geworden.

Düsseldorf. Ein junger Mann ist in Düsseldorf in einem Gully gestorben. Passanten fanden den 23-Jährigen kopfüber in der Öffnung und alarmierten sofort die Rettungskräfte. 

Bonn. Ein dreijähriger Junge hat sich bei einem Sturz in einen geöffneten Gully schwer verletzt. 

Anklage wegen versuchten Mords

Sie sollen nachts Betonbrocken, ein Nagelbrett und einen Gullydeckel auf die Straße gelegt oder Öl auf die Fahrbahn geschüttet haben - vier Männer aus dem Landkreis Karlsruhe mussten sich vor dem Landgericht Karlsruhe verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen mehrfachen versuchten Mord und Brandstiftung vor.

Die Angeklagten im Alter zwischen 22 und 30 Jahren haben ein Jahr lang ihr Unwesen getrieben haben. Es gab zahlreiche Unfälle, bei denen nach Auskunft der Ermittler «wie durch ein Wunder niemand verletzt wurde». Als Motive gaben die Männer Imponiergehabe und den Reiz des Nicht-Erwischtwerdens an.