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Bisher war in diesem Anwesen in der Oberen Steinbeisstraße die Obstpresse der Gemeinde untergebracht. Jetzt benötigt der private Betreiber den Platz anderweitig. Ohne Alternativstandort droht der Kelter jetzt das Aus.
Bisher war in diesem Anwesen in der Oberen Steinbeisstraße die Obstpresse der Gemeinde untergebracht. Jetzt benötigt der private Betreiber den Platz anderweitig. Ohne Alternativstandort droht der Kelter jetzt das Aus. © Schott
10.06.2011

Gemeindekelter in Ölbronn-Dürrn: Lösung wird gesucht

ÖLBRONN-DÜRRN. Die Gemeindekelter in Ölbronn ist eine tatsächlich eher schwach genutzte öffentliche Einrichtung im Ort. Ihr ideeller Stellenwert ist jedoch um einiges größer. Das wurde jetzt in der Sitzung des Ölbronn-Dürrner Gemeinderates deutlich, in der es um die Zukunft der öffentlichen Einrichtung „Gemeindekelter“ in der Oberen Steinbeisstraße am Ölbronner Dorfanger ging.

Die steht nämlich vor dem Aus, weil die privaten Räumlichkeiten, in denen die Kelter seit 2007 betrieben wird, schon zur Erntesaison in diesem Herbst nicht mehr zur Verfügung stehen und Ersatz nicht in Sicht ist.

Bis 2006 war die Kelter im damaligen Bauhofgelände betrieben worden. Nach einem Defekt der Anlage stimmte der Gemeinderat 2007 einer Reparatur zu. Zugleich konnte Dominik Golderer gewonnen werden, die Obstpresse im Familienanwesen in der Steinbeisstraße zu betreiben, skizziert Bürgermeister Norbert Holme die Hintergründe. Für die Versetzung der Kelteranlage an den neuen Standort und die Anschaffung zweier neuer Presswannen waren damals 8 800 Euro investiert worden. Vier Jahre lang hat dies gut funktioniert. Von 2007 bis 2010 gab es jährlich 28 Pressungen, allerdings mit rückläufiger Tendenz. Im vergangenen Jahr wurde nur noch 19 Mal gepresst. Zehn Pressungen entfielen auf Kunden aus Ölbronn-Dürrn, davon allein sieben auf einen einzigen Nutzer, illustriert die Gemeindeverwaltung.

„Nun möchte der Betreiber die Obstkelter jedoch aufgeben, da er den Platz anderweitig benötige“, so der Schultes. In der privaten Weinkelter des Betreibers könne man jedoch auch weiterhin Trauben pressen lassen. Der aus der aktuellen Entwicklung resultierende Beschlussantrag der Verwaltung, die öffentliche Gemeindekelter mit sofortiger Wirkung aufzugeben, sei nicht wirtschaftlichen Überlegungen geschuldet. Zwar würde eine erneute Verlegung der Pressanlagen wiederum zwischen 6 000 und 8 000 Euro kosten.

Der entscheidende Punkt ist jedoch vielmehr: Es gibt bislang keinen alternativen Standort. „Eine Rückführung des Kelterbetriebs in Gemeinderegie ist aus Sicht der Verwaltung nicht mehr möglich, da hierfür kein geeignetes Gelände mehr zur Verfügung steht und auch der Bauhof, der vormals die Kelter betrieben hatte, seinen Sitz nicht mehr in Ölbronn hat“, erläutert der Schultes.

„Die Aussicht, die Kelter zu verlieren, tut uns allen weh“, formulierte ein Ratsmitglied die allgemeine Stimmung im Saal. Jetzt will man versuchen, durch einen öffentlichen Aufruf seitens der Gemeinde doch noch jemanden im Ort zu finden, der bereit ist, die Obstkelter künftig aufzunehmen. Die Bereitschaft, für einen Umzug seitens der Gemeinde nochmals Geld in die Hand zu nehmen, besteht jedenfalls. In der nächsten Sitzung will der Gemeinderat dann endgültig über die Obstkelter entscheiden. Findet sich keine Alternative, dann müssten die Bürger aus Ölbronn-Dürrn ihr Obst künftig in Ötisheim, Neulingen oder Knittlingen pressen lassen.