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22.11.2017

Gemeinderat greift in Sternenfels Bürgermeister an

Vorerst wird es für die Gemeindeverwaltung und den Bauhof in Sternenfels keine Organisationsuntersuchung geben. Mit ihrer Mehrheit im Gemeinderat verhinderte die Fraktionsgemeinschaft aus Freien Wählern und SDP das entsprechende Ansinnen von Bürgermeister Werner Weber. Mit zahlreichen Argumenten zerpflückten die Verweigerer die geplante Vorgehensweise ihres Schultes.

Weber und Hauptamtsleiterin Jessica Raff, die demnächst die Gemeinde in Richtung Landratsamt Heilbronn verlassen wird, erinnerten daran, dass schon im nichtöffentlichen Teil der Juni-Sitzung der Gemeinderat den Wunsch nach einer solchen Untersuchung geäußert habe, und sie wiesen zudem darauf hin, dass die zuletzt gefertigten Gutachten 19 Jahre (Verwaltung) beziehungsweise 17 Jahre (Bauhof) alt seien und sich die Aufgabenstellungen seitdem gerade in der Verwaltung stark gewandelt hätten.

Regelrecht emotional verteidigte Bürgermeister Weber seinen Wunsch nach einer neuen Untersuchung und begründete dies etwa damit, dass etliche Mitarbeiter erheblich überlastet sein müssten, wenn sie Überstunden in dreistelliger Höhe „vor sich herschieben“, offenbar im Extremfall „400 bis 500“. Berufliche Überbeanspruchung könne zu psychosomatischen Störungen führen, im Extremfall dazu, dass eine solche Person ihren Aufgaben aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der erforderlichen Verantwortung gerecht werden könne. Dann sei gar „Gefahr für Leib und Leben von Bürgern und Kindern“ zu befürchten.

Er, Weber, stehe da in der Verantwortung und gegebenenfalls auch vor Gericht, wenn jemand aufgrund eines gesundheitlich angeschlagenen Mitarbeiters zu Schaden käme. Der Schultes wurde noch deutlicher: „Ich hock am Ende im Knast – habe aber auch bei meiner Vereidigung geschworen, mein Amt gewissenhaft auszuüben“.

„Unterste Schublade“, so kommentierte die Vorsitzende der Fraktionsgemeinschaft und SPD-Gemeinderätin Andrea Garhöfer die Ausführungen des Bürgermeisters. Sie forderte zum einen, die Konsequenzen beziehungsweise Auswirkungen der erfolgten Stellenbewertung abzuwarten und ebenso die Neubesetzung der Hauptamtsleiterstelle. Ihr Kollege Karl-Heinz Stäble forderte, statt eines Gutachtens verwaltungsintern Maßnahmen zu ergreifen, um die Überstunden abzubauen. Problematische Personalkonstellationen müsste die Verwaltung dem Gutachter ohnehin als Grundlage liefern.

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