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Die Fußgängerzone   in der unteren Bahnhofstraße in Mühlacker soll zumindest bis 2009 nicht angetastet werden. Das sagt die große Mehrheit im Gemeinderat. Sollte eine Belebung des benachbarten Mühlehofs bis dahin aber scheitern, sei Handlungsbedarf vorhanden.
Die Fußgängerzone in der unteren Bahnhofstraße in Mühlacker soll zumindest bis 2009 nicht angetastet werden. Das sagt die große Mehrheit im Gemeinderat. Sollte eine Belebung des benachbarten Mühlehofs bis dahin aber scheitern, sei Handlungsbedarf vorhanden. © Ulbrich
13.06.2008

Gemeinderat will Fußgängerzone nicht antasten

MÜHLACKER. Der Handel möchte wieder Autos durch die Fußgängerzone in Mühlacker rollen lassen. Doch eine große Mehrheit im Gemeinderat hat gestern abgewunken. Diese autofreie Zone soll mehr Attraktivität ausstrahlen.

Genau 450 Unterschriften hatte Apotheker Roland Hirt vom Kelterplatz dem Tiefbauamt in Mühlacker überreicht, um seiner Forderung nach einer Öffnung der Fußgängerzone Nachdruck zu verleihen. Außerdem sollten vor der Geschäftszeile sechs Stellplätze entstehen. „Unsere Kernstadt in Mühlacker muss mit kurzen Wegen und dem Parken am Geschäft werben“, sagte Hirt zur PZ. In der unteren Bahnhofstraße ständen bereits einige Ladengeschäfte leer. Unterstützung erhielt er vom Gastronomen Heinz Frommherz vom „Scharfen Eck“. Nach seiner Vorstellung soll die Fußgängerzone von der Bergstraße bis zur Ausfahrt des Ade- nauer-Platzes auf die B 10 tagsüber bis um 20 Uhr zu einer Einbahnstraße mit Schrittgeschwindigkeit werden. Die Nachbargeschäfte an der Bahnhofstraße litten derzeit erheblich unter der „Tragödie im Mühlehof“.

Bauliche Veränderungen nötig

Nach Darstellung der Verwaltung sind für einen Einbahn-Verkehr in der Fußgängerzone erhebliche bauliche Veränderungen notwendig. Sitzgruppen und Hecken ständen dem Autoverkehr im Wege, erläuterte Planungsamtsleiter Armin Dauner. Bei der Einrichtung von Stellplätzen auf dem Kelterplatz müsse eine „vernünftige Wendemöglichkeit“ gefunden werden. Eine Stichstraßen-Regelung zum Adenauer-Platz würde für den einfahrenden Autoverkehr erhebliche Veränderungen der Ampelzeiten auf der Bundesstraße zur Folge haben. Dauner berichtete, ihm lägen ebenso schriftliche Stellungnahmen von Anwohnern vor, die Fußgängerzone als autofreie Zone beizubehalten. Bis auf die FDP will der Gemeinderat an der Fußgängerzone an der Bahnhofstraße festhalten. CDU-Fraktionschef Günter Bächle warnte sogar vor „Konflikten zwischen Autofahrern und Fußgängern“. Die Geschäfte hätten „davon keinen Vorteil“. Die „Katastrophe im Mühlehof“ sei von der Inhaber-Firma und vom Rathauschef zu verantworten.

Rolf Leo (Freie Wähler) will den „Status Quo“ mit der Fußgängerzone in der Bahnhofstraße zumindest für ein weiteres Jahr halten. „Am 1. April 2009 wissen wir endgültig, was mit dem Mühlehof wird“, stellte er fest. SPD-Fraktions-Vize Karin Münzmay meinte, die Bewohner der derzeit erstellten altengerechten Wohnungen würden die Geschäfte an der Bahnhofstraße zusätzlich beleben. Sprecher Klemens Köberle (Liste Mensch und Umwelt) forderte eine Aufwertung der Fußgängerzone durch mehr Spielgeräte. Mehr Sitzgruppen vor den Gaststätten und Straßenkünstler könnten für mehr Leben sorgen. FDP-Stadtrat Bruno Oser plädierte für mehr Aktionen auf dem Kelterplatz. Das sei vergessen worden.