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Gentechnisch veränderter Mais wurde auf zwei Feldern in Maulbronn entdeckt und umgepflügt.
Gentechnisch veränderter Mais in Maulbronn © dpa
19.07.2010

Genmais auf Maulbronner Feldern entdeckt

MAULBRONN. Gentechnisch veränderter Mais aus Niedersachsen ist in Baden-Württemberg noch vor der Blüte beseitigt worden. Betroffen davon waren auch zwei Flächen auf der Gemarkung Maulbronn. Peter Wilhelm, Fraktionssprecher der LMU im Klosterstädter Gemeinderat, hatte bereits Anfang Juli von der Aktion erfahren und war beim Landwirtschaftsamt des Enzkreises vorstellig geworden. „In den vergangenen Tagen wurden zwischen der Landesstraße 1131 und dem parallel dazu verlaufenden Radweg-Maulbronn zwei Felder mit halbwüchsigem Mais umgebrochen und die Pflanzenreste in den Boden eingearbeitet, nur Reste sind zu sehen“, schrieb er an die Behörde.  

Weiter heißt es in dem Brief: „Der erste Verdacht, der besorgten Bürgern dabei durch den Kopf geht, ist natürlich, ob es sich um das gentechnisch verunreinigte Saatgut handelte, das in diesem Jahr durch die Firma Pioneer in Umlauf gebracht wurde“. Kreisbauernchef Ulrich Hauser hat die Frage gestern bejaht. Demnach bewirtschaftet ein Mann aus dem Kreis Heilbronn die beiden Felder. Wilhelms Anfrage leitete die Enzkreis-Behörde an das Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg weiter. Laut dessen, am Freitag verbreiteten Pressemitteilung hatten im Südwesten 21 Händler die Pioneer-Ware bezogen und wiederum an 100 Landwirte aus 16 Stadt- und Landkreisen verkauft. Diese pflanzten das Saatgut auf rund 534 Hektar Fläche. Nach PZ-Informationen sind keine, im Enzkreis wohnenden Landwirte und keine weiteren Felder in der Region betroffen.

Landwirtschaftsminister Rudolf Köberle (CDU) forderte den Saatgutguthersteller auf, für die entgangene Ernte aufzukommen. Im Kampf um eine Entschädigung unterstützt der Landesbauernverband die Landwirte, wie Ulrich Hauser betonte. Geprüft werde eine Musterklage gegen Pioneer oder Niedersachsen. Das Bundesland hatte erst sehr spät über den Fund von gentechnisch verändertem Saatgut informiert.

„Eine Gefahr für Mensch, Tier und Natur ist zu keinem Zeitpunkt ausgegangen“, sagte Denise Burgert, Sprecherin von Minister Köberle. Die Manipulation hätte unter 0,1 Prozent gelegen, Hauser sprach von 0,03 Promille. Nach der Blüte hätte sich das so ausgewirkt: Bei 80 000 Maispflanzen auf einem Hektar wären zwischen 25 und 80 Pflanzen verunreinigt gewesen. „Vielleicht wären es auch nur eine oder zwei gewesen“, so Burgert