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Klein aber fein sieht sich die Georg-Kerschensteiner-Berufsschule in Mühlacker. Ein Zusammenschluss mit der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule drohe den erfolgreichen Weg der kaufmännischen Schule zu zerstören, so Lehrer und Schüler. Foto: Felchle
Klein aber fein sieht sich die Georg-Kerschensteiner-Berufsschule in Mühlacker. Ein Zusammenschluss mit der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule drohe den erfolgreichen Weg der kaufmännischen Schule zu zerstören, so Lehrer und Schüler. Foto: Felchle
23.05.2017

Georg-Kerschensteiner-Schule: Lehrer und Schüler vereint gegen Fusion

Enzkreis/Mühlacker. Das Lehrerkollegium der kaufmännischen Georg-Kerschensteiner-Schule in Mühlacker ist bestürzt. Die Lehrkräfte der Berufsschule wehren sich gegen eine vom Landratsamt angedachte Verschmelzung mit der benachbarten gewerblichen Ferdinand-von-Steinbeis-Schule.

Wie die PZ berichtete, untersucht der Enzkreis mit der Schulabteilung des Regierungspräsidiums (RP), was für oder gegen eine Zusammenlegung spricht. Dass hinter den Kulissen bereits seit Monaten eine Fusion überlegt wird, ohne die Lehrkräfte zu informieren, habe das Kollegium „besonders irritiert“. Der örtliche Personalrat der Kerschensteiner-Schule erklärte nun, eine Vereinigung gefährde die Stärken – andererseits sei kein Vorteil erkennbar.

Rektor Rainer Schork sieht seine Kerschensteiner-Berufsschule mit rund 700 Schülern und 40 Lehrern gut aufgestellt. Nach elf Jahren geht er im Sommer 2018 in den Ruhestand. Landrat Karl Röckinger möchte – „als eine mögliche Option“ – prüfen, ob die beiden Bildungseinrichtungen im Berufsschulzentrum Mühlacker vereinigt werden sollen, um „den Bestand langfristig zu sichern“, wie die PZ berichtete. Die Steinbeis-Schule hat 800 Schüler. Die CDU-Fraktion im Kreistag hat einen Zusammenschluss bereits abgelehnt.

„Wir sind klein, aber fein“ – das ist aus Sicht der Lehrer der Kerschensteiner-Schule „genau der große Vorteil im schulischen Alltag.“ „Direkte Kommunikation mit Schulleitung, Sekretariat und kurze Wege sind nicht nur für die Kollegen, sondern auch für die Schüler und deren Eltern eine nicht unterschätzbare prägende Größe des Schullebens.“

Aus pädagogischer Sicht und vor dem Hintergrund einer sehr unterschiedlichen Schülerschaft sei das ungemein wichtig. „Die Lehrer engagieren sich enorm für die Weiterentwicklung der Schule“, so der Personalrat. Beispielhaft zählen die Lehrer auf, warum die Schule in den vergangenen Jahren von 500 auf 700 Schüler zulegte: „Etwa durch gezieltes Schulmarketing, den Besuch der Zubringerschulen und steter Präsenz auf den Ausbildungsmessen.“

Der Enzkreis müsse sich „darüber im Klaren sein, dass dieses Konzept an einem großen Schulzentrum nicht mehr funktionieren würde und daher auch nicht auf eine fusionierte Schule übertragbar wäre“. Da die Organisationsstrukturen beider Schulen sehr unterschiedlich seien, sieht der Personalrat „die Früchte der Arbeit gerade auch im Bereich der Qualitätsentwicklung gefährdet“.

Der Enzkreis habe Geld in Werbemittel für beide Berufsschulen investiert. Es habe Jahre gedauert, bis sich ein Wiedererkennungseffekt einstellte und auf hohe Resonanz bei Schülern und Eltern stieß. Das Landratsamt habe zudem viel Geld für die Internettechnik in beiden Schulen ausgegeben – die Netzwerke seien jedoch speziell für die jeweiligen Schulen abgestimmt worden und ließen sich nicht ohne zusätzliche Investitionen zusammenlegen.

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