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Das Grümprojekt könnte 2015 aus diesem Fleckchen Mühlacker Enzaue ein attraktives Naherholungsgebiet machen.
Das Grümprojekt könnte 2015 aus diesem Fleckchen Mühlacker Enzaue ein attraktives Naherholungsgebiet machen. © PZ-Archiv
14.06.2010

Geplantes Grünprojekt treibt Hochwasserschutz voran

MÜHLACKER. Das für 2015 geplante Grünprojekt an den Enzauen zwischen Mühlacker und Dürrmenz zieht auch jetzt schon immer weitere Kreise. Ein Beispiel: der Hochwasserschutz. Auf Antrag der Freien-Wähler-Fraktion wird sich am Dienstag um 18.30 Uhr der Mühlacker Gemeinderat mit dieser Materie befassen.

Geplant ist, folgende Beschlüsse zu fassen: Das Land soll einen Neubau der Herrenwaagbrücke vorbereiten. Die Verwaltung räumt ein, dass die Hochwasserthematik allein kein ausreichendes Argument für einen Neubau der Herrenwaagbrücke darstellen wird. Auch müssten städtische Gebäude bei einer Neuausrichtung der Brücke abgerissen werden. Ferner soll der Waldensersteg im Zuge der Sanierungsmaßnahmen in Dürrmenz verbessert werden. Der Vorschlag: „Insbesondere werden der Höhenversatz beseitigt, die Geländer, die Beleuchtung sowie der Belag erneuert.“

Bei der Mauer entlang des Jörgenwaags wird die Notwendigkeit einer Erhöhung überprüft. Nicht zuletzt soll der Dammweg ausgebaut werden, damit auch dort eine Erhöhung vorgenommen werden kann.

Die Enz in Mühlacker – eine grüne Oase ganz nah am Zentrum der Stadt. Die Potenziale dieses Geländes zwischen der Kernstadt und dem Stadtteil Dürrmenz sind bis heute weitgehend ungenutzt. Das Grünprojekt, auch als kleine Landesgartenschau bezeichnet, könnte die Enzauen aus dem Dornröschenschlaf erwecken. Eine richtige Landesgartenschau wäre für Mühlacker allerdings zu groß gewesen, auch in finanzieller Hinsicht, wie Oberbürgermeister Frank Schneider erläutert. Und die Regeln beim Grünprojekt seien weniger streng, was mehr Spielraum für die Planer böte.

"Das Gelände soll später als Freizeitpark genutzt werden können, es soll dem Hochwasserschutz dienen, und es soll als Fläche auch dem bisherigem Straßenfest zur Verfügung stehen, also auf dem Gelände sollen auch Zelte gestellt werden können”, sagt Schneider im Gespräch mit Mühlacker-news.

Wichtig ist der Stadt, dass das Gelände nachhaltig umgestaltet wird. Auf den ersten Blick wirkt das Enzufer sehr idyllisch. Doch wer genauer hinsieht, kann die Defizite erkennen. Schneider dazu: "Schwachpunkte sind die, dass für die Bürger eigentlich der Fluss Enz gar nicht so im Bewusstsein ist, den wollen wir mehr in den Vordergrund rücken, den Fluss. Wir haben hier ein Kleinod in unserer Stadt, das aufgewertet werden soll. Und dann haben wir hier Parkplatzflächen, das ist nicht mehr zeitgemäß. Wir wollen das anpassen.”

Wo jetzt der Parkplatz ist, soll das Zentrum des Grünprojekts entstehen. Das Jugendhaus soll verlegt werden und als Veranstaltungsort dienen. Im Jahr 2015 sind von Mai bis Oktober zahlreiche Events zur kleinen Landesgartenschau geplant. Vereine und Naturschutzorganisationen wollen sich präsentieren. Auch ein Café direkt am Enzufer ist angedacht. Ziel ist es, die vielen kleinen grünen Oasen und Attraktionen, die es in Mühlacker schon gibt, miteinander zu verbinden.

"Wir haben hinten einen kleineren Stadtgarten, dort eine Skateranlage - alles Dinge, die für sich wirken, und die im neuen Gelände integriert werden sollen. Und dann soll das auch in die Innenstadt ausstrahlen und dort das Grün mit integrieren in Richtung Kelterplatz. Aber das wird man sehen, wie man das machen kann.”

Auch das Theodor-Heuss-Gymnasium soll ein grünes Klassenzimmer erhalten. Jetzt gibt die Stadt zuerst einmal die Rahmenplanung für das Grünprojekt in Auftrag. Der reine Geländeumbau kostet etwa vier Millionen Euro. Die Hälfte zahlt das Land. Die Stadt hofft noch auf weitere Zuschüsse für den Neubau des Jugendhauses und für den Bau von Zufahrtswegen. Wenn alles gut läuft, kommt ein Teil der Investitionen über Eintrittsgelder zurück. Die Stadt erwartet rund 200.000 Besucher zu ihrer kleinen Landesgartenschau.