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Feuerwehr und DRK sind mit einem Großaufgebot vor Ort. 
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Das Rote Kreuz versorgt die Mitarbeiter vor Ort. 

Giftige Flüssigkeit in Sternenfels ausgetreten: 4 Schwer-, 9 Leichtverletzte

Sternenfels. Die Feuerwehr ist am Dienstagmorgen mit einem Großaufgebot an Rettungskräften zu einer Firma nach Sternenfels geeilt. Dort ist gegen 7.30 Uhr offenbar aufgrund eines technischen Defekts an einer Maschine eine hochgiftige Flüssigkeit ausgetreten. Mehrere Personen sind verletzt worden, einige von ihnen schwer.

Das betroffen Firmengebäude der Firma Alutec am Ferdinand-von-Steinbeis-Ring war evakuiert worden. Die Polizei riet, Abstand zu halten, um gesundheitliche Gefahren zu meiden. Vor Ort hatten die Beamten den Bereich weiträumig abgesperrt. 

Giftige Substanz in Sternenfels ausgetreten: 13 Verletzte
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Giftige Substanz in Sternenfels ausgetreten: 13 Verletzte

Nach Angaben der Polizei waren circa 200 Liter der Flüssigkeit Tetrachlorethen (Perchloretehen) ausgelaufen, die als Reinigungsmittel, Lösungsmittel und zur Fettreinigung eingesetzt wird. Der Stoff löst allergische Reaktionen aus wie Atemwegs- und Hautreizungen und es kann zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Die Flüssigkeit konnte, so die Polizei weiter, aufgefangen werden. Es wurden daher lediglich Dämpfe freigesetzt. Weiter heißt es in einer Pressemitteilung: "Inzwischen haben die Ermittlungen ergeben, dass ein technischer Defekt an der Maschine sehr wahrscheinlich ist, und menschliches Versagen ausgeschlossen werden kann."

DRK seit den Morgenstunden aktiv

Das Rote Kreuz war ebenfalls seit den Morgenstunden im Einsatz. Laut DRK-Pressesprecherin Daniela Kneis gibt es nach ersten Erkenntnissen 13 Verletzte, die in Krankenhäuser gebracht wurden. Vier Personen wurden schwer verletzt, ein Patient musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden. "Bei keinem Verletzten besteht oder bestand Lebensgefahr", so die Polizei.

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13 Verletzte nach Austritt von giftiger Flüssigkeit

[Erst vor gut einer Woche hatte es in Königsbach und Neuenbürg Einsätze wegen umweltschädlicher und gesundheitsgefährdender Stoffe gegeben. In Neuenbürg mussten deswegen Hunderte Kubikmeter Wasser aus einem Teich gepumpt werden. Und in Königsbach verlor ein Gefahrgut-Transporter bei der Anlieferung Phosphorsäure.]

Insgesamt wurden in Sternenfels rund 200 Mitarbeiter der betroffenen Firma vom Roten Kreuz betreut, das genau wie die Feuerwehr mit einem Großaufgebot an Helfern – unter anderem aus Sternenfels, Zaisersweiher, Maulbronn, Mühlacker, Tiefenbronn und Heimsheim – vor Ort war. Aus Niefern-Öschelbronn war der Gefahrgutzug zur Firma geeilt. Alutec-Geschäftsführer Kevin Kretz lobte gegenüber der PZ den reibungslosen Ablauf der Hilfsmaßnahmen. Ein Mitarbeiter hatte am Morgen den strengen Geruch der Flüssigkeit wahrgenommen. Anschließend sei alles nach dem für solche Vorfälle vorgesehenen Routineplan gelaufen, die Feuerwehr habe das Gebäude evakuiert. Betroffen von den Maßnahmen war ihmzufolge nur die Frühschickt - ab mittags kann demnach wieder gearbeitet werden. Seit 10 Uhr ist nun eine Fachfirma vor Ort, die die Flüssigkeit aufnimmt und entsorgt.

Von Feuerwehr und DRK waren über 100 Kräfte im Einsatz. Die für den Bereich Gewerbe-Umwelt zuständigen Beamten des Polizeipräsidiums Karlsruhe haben die Ermittlungen aufgenommen. 

Zahlreiche Leser hatten am Morgen von lautem Martinshorn und Blaulicht bereits im Bereich um Mühlacker berichtet.