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Eindrucksvoll stellen die Bochumer Schauspieler Susanne Hocke und Jürgen Larys am Sonntagabend in der Knittlinger Sankt Leonhardskirche das Stück „Die Gottlosen“ dar. Foto: Prokoph
Eindrucksvoll stellen die Bochumer Schauspieler Susanne Hocke und Jürgen Larys am Sonntagabend in der Knittlinger Sankt Leonhardskirche das Stück „Die Gottlosen“ dar. Foto: Prokoph
02.10.2018

Glaube im Land der Gottlosen: Schauspieler präsentieren Stück in Knittlinger Kirche

Knittlingen. Donnerstag, 20. Januar 1944, Donnerstag, 20. Januar 1944, Donnerstag, 20. Januar“, wiederholten sich im Dialog die Schauspieler Jürgen Larys und Susanne Hocke. Eine Passage, die verwirrt, aber auch gekonnt das Interesse weckt: sofort haben sich die 100 Besucher am Sonntagabend in der Knittlinger Sankt Leonhardskirche von den beiden Akteuren des Bochumer Art Ensemble Theaters in ihren Bann ziehen lassen.

Denn das Duo verstand es, in seinem selbst kreierten Stück, „Im Land der Gottlosen“, das Original Tagebuch und die Briefe aus der Haft 1944/45 des schlesischen Widerstandskämpfers und überzeugten Christen Helmuth James von Moltke an seine Frau Freya von Moltke darzustellen.

Es ist ein geistiger Dialog, den Susanne Hocke als Freya von Moltke und Jürgen Larys als ihr Mann in Worte und sehr ergreifende Spielszenen fassen. Wie Dietrich Bonhoeffer war von Moltke damals aus Gewissensgründen ein Widerstandskämpfer und hat sich als führender Kopf der Widerstandsgruppe, „Kreisauer Kreis“, angeschlossen. Dafür wurde er in Berlin und in Ravensbrück gefangen gehalten, wovon das Tagebuch und die Briefe berichten.

Die Akteure haben für ihr Stück die Originaldokumente verwendet. Und der Zuschauer fühlte mit Helmuth James von Moltke mit. Durch das Stück konnte sich das Publikum vor dem geistigen Auge lebendig die kleine Gefängniszelle vorstellen, die ihm nach einem Bombenangriff große Angst bereitete und den Trost nachempfinden, den ihm die Bibel und die Briefe an und von seiner Frau Freya gegeben haben. „Wachet, steht im Glauben, seid mutig und stark“, wird immer wieder der Taufspruch des Sohnes Konrad aus dem biblischen Korintherbrief zitiert. Wie ein roter Faden zieht sich dieser Spruch durch das beängstigende Stück zu der Zeit der gottlosen Naziherrschaft. Gerade der Glaube an den Allmächtigen wird dann aber schließlich zum Weg.

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