nach oben
Fuhren früher öfter: Busse der Linie 748, die Ölbronn-Dürrn mit Mühlacker verbinden, verkehren aus Rentabilitätsgründen nur noch zu den Schulzeiten und vereinzelt nachmittags. 
Fuhren früher öfter: Busse der Linie 748, die Ölbronn-Dürrn mit Mühlacker verbinden, verkehren aus Rentabilitätsgründen nur noch zu den Schulzeiten und vereinzelt nachmittags.  © PZ-Archiv
21.04.2011

Große Lücken im Busfahrplan in Ölbronn-Dürrn

ÖLBRONN-DÜRRN. Immer wieder erreichen die PZ Beschwerden über die Busanbindung in Ölbronn-Dürrn. Derzeit ist es beispielsweise nicht möglich, mit dem Bus von Dürrn in die Nachbargemeinde Bauschlott zu gelangen.

Manche, die einen Verwandten oder Bekannten im Bauschlotter Altersheim Bethesda besuchen wollen, stellt diese Fahrplanregelung vor ernsthafte Probleme: „Aus diesem Grund gibt es in Ölbronn-Dürrn ganz klar die Tendenz, ältere Menschen eher in einem Altersheim in Maulbronn oder Kieselbronn unterzubringen, als bei uns in Bauschlott“, sagt Andreas Lang, Pflegedienstleister im Bethesda. „Dorthin kommen die Menschen problemlos mit dem Bus, was gerade für ältere Generationen, die kein Auto mehr fahren, ein wichtiges Kriterium ist.“

Zudem seien sowohl in Maulbronn als auch in Kieselbronn Bushaltestellen direkt vor den jeweiligen Einrichtungen. „Von Ölbronn aus fahren ja immerhin zwei oder dreimal am Tag Busse durch Bauschlott. Aber die Besucher müssen dann doch noch eine Zeit lang laufen, bis sie im Bethesda sind.“

Schüler mit Autos gebracht

Auch Elisabeth Wolf, die Rektorin der Bauschlotter Friedrich-Weinbrenner-Schule, sieht einen deutlichen Verbesserungsbedarf in Sachen Busanbindung. „Wir haben momentan auch einige Schüler aus Ölbronn-Dürrn, die bei uns die Hauptschule besuchen und jeden Morgen mit dem Auto zum Unterricht gebracht und mittags wieder abgeholt werden müssen.“ Gerade im Hinblick auf die Schließung der Ölbronner Hauptschule vor wenigen Jahren habe man sich Hoffnungen gemacht, mehr Schüler aus den Nachbargemeinden nach Bauschlott locken zu können, sagt Elisabeth Wolf im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“. „Wir haben beim Verkehrsverbund Pforzheim/Enzkreis (VPE) auf die Problematik hingewiesen, aber es sind eben zu wenige Fälle, als dass sich eine Fahrplanänderung wirklich rentieren würde.“

Früher dichteres Angebot

Axel Hofsäß, Geschäftsführer des VPE, erklärt gegenüber der „Pforzheimer Zeitung“, dass die Busse im gesamten Gebiet nach einem Plan eingesetzt werden, der den genauen Bedarf der jeweiligen Linie berücksichtigt. „Letztlich ist es so, dass es schlicht und ergreifend nicht genug Leute gibt, die gewisse Routen in Anspruch nehmen würden. Ein regelmäßiger Busverkehr würde daher viel zu viel Geld kosten.“ Dies gelte beispielsweise auch für die Strecke von Dürrn nach Mühlacker. Bis noch vor ein paar Jahren habe man für diese Route ein dichteres Angebot gehabt, erklärt VPE-Planungsleiter Matthias Gruber. Allerdings habe sich gezeigt, dass sich eine tatsächliche Nutzung der Strecke nur zu den Schulzeiten und vereinzelt am Nachmittag ergebe.

Beim VPE seien bislang jedoch noch keine Beschwerden über ein zu lückenhaftes Fahrplannetz aus Ölbronn-Dürrn eingegangen. „Die Erfahrung zeigt auch, dass sich die Menschen eher in Richtung Pforzheim orientieren. Und dorthin fahren die Busse den ganzen Tag über“, so Gruber. Oder sie machen es wie der Dürrner, der Bethesda-Pflegedienstleiter Andreas Lang auch nach Jahren noch gut im Gedächtnis ist: Dieser kam mehrmals pro Woche zu Fuß ins Altersheim.