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Mit der Veeh-Harfe arbeiteten die Teilnehmerinnen im Workshop „Musik als Königsweg“.  Enzkreis
Mit der Veeh-Harfe arbeiteten die Teilnehmerinnen im Workshop „Musik als Königsweg“. Enzkreis
01.11.2017

Großes Interesse am Fachtag Demenz

140 Fachkräfte und Angehörige haben am 4. Fachtag Demenz im Landratsamt teilgenommen, den Netzwerk looping, zusammen mit Sozialplanung und Demenzzentrum des Enzkreises und dem Pflegestützpunkt der Stadt Pforzheim organisiert hatte.

Bis auf den letzten Stuhl gefüllt war der Sitzungssaal bei den einführenden Vorträgen – und dabei konnten gar nicht alle Interessierten teilnehmen. „Insgesamt hatten wir an die 200 Anmeldungen“, berichtet Petra Fakler von looping.

Kein Wunder – in einer älter werdenden Gesellschaft nimmt geradezu zwangsläufig auch die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen zu. „Jährlich erhalten in Deutschland rund 300 000 Senioren die Diagnose Demenz“, berichtete Cornelia Stolze, Diplombiologin und Medizinjournalistin aus Hamburg. Die Autorin der Bücher „Vergiss Alzheimer“ und „Verdacht Demenz“ sieht die Zahl jedoch kritisch: Oft würden hinter den Symptomen Ursachen stecken, die sich – rechtzeitig erkannt – gut beheben ließen.

Einen ganz anderen Zugang zum Thema eröffnete Michael Schmieder, pensionierter Leiter des Hauses Sonnweid im zürcherischen Wetzikon. Er plädierte dafür, die an Demenz erkrankten Menschen anzunehmen. „Weil es uns schwerfällt, einen geliebten Menschen ins Vergessen gleiten zu sehen, therapieren, beschäftigen und medikamentieren wir – auch, damit wir uns nicht hilflos fühlen“, sagte Schmieder und fragte: „Hilft das dem Erkrankten?“ Der Fachmann sprach auch heikle oder tabuisierte Themen wie Essensverzicht, Sexualität und Tod an. Vor allem um den Alltag mit und die Begleitung von an Demenz Erkrankten ging es am Nachmittag in sieben Workshops, die vor allem von Fachleuten aus der Region geleitet wurden.