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Einen Kernbereich  für ein Grünprojekt zwischen Mühlacker und Dürrmenz könnten ab dem Flusskraftwerk die Enzauen und das Wertle-Areal sowie der Höhenpark an der Burgruine Löffelstelz bilden.   Ulbrich
Einen Kernbereich für ein Grünprojekt zwischen Mühlacker und Dürrmenz könnten ab dem Flusskraftwerk die Enzauen und das Wertle-Areal sowie der Höhenpark an der Burgruine Löffelstelz bilden. Ulbrich
15.01.2008

Grünprojekt als Option

MÜHLACKER. Mehrheitlich hat sich der Mühlacker Ausschuss für Umwelt und Technik gestern Abend dafür ausgesprochen, bei vier Planungsbüros Angebote für ein Entwicklungskonzept in Sachen Grünprojekt einzuholen.

Zuvor waren insbesondere aus der Fraktion der Freien Wähler heraus deutliche Vorbehalte gegen das Wiederaufleben von Gartenschauplänen in Mühlacker geäußert worden. Der FW-Fraktionsvorsitzende Rolf Leo hatte an den gescheiterten Bewerbungsanlauf zwischen 2000 und 2003 erinnert: „Außer Spesen nichts gewesen.“ Umfangreiche Überlegungen, dicke und farbige Unterlagen, 30 000 Euro plus x habe die seinerzeitige Machbarkeitsstudie für eine große Schau die öffentliche Hand gekostet. Nun werde an Plänen für eine kleine Landesgartenschau, also ein sogenanntes Grünprojekt, gearbeitet und erneut sei damit zu rechnen, dass letztendlich wieder nur Papier produziert worden sei. Eine Politik der kleinen Schritte aus eigener Kraft heraus könne sukzessive mehr Grün in die Stadt holen, statt auf ein Projekt 2015 zu hoffen.

Mehr Realismus gefordert

FW-Stadtrat Rolf Bandle sekundierte seinem Fraktionskollegen: Es sei besser jetzt Stück für Stück eine grüne Konzeption für Mühlacker umzusetzen und konkret Jahr für Jahr etwas auf den Weg zu bringen. Deshalb solle, so die FW, auch jedes Jahr im Haushalt ein Betrag für grüne Projekt eingeplant werden. Größenordnung: zwischen 25 000 und 50 000 Euro.

Der Erste Beigeordnete Winfried Abicht äußerte, dass es sich bei solchen Beträgen um ein Nasenwasser handele. Um die Innenstadt bis nach Dürrmenz hinein aufzuwerten und auch das Areal um die Burgruine einbeziehen zu können, bedürfe es einer größeren, finanziellen Kraftanstrengung und deshalb Zuschüssen durch das Land, die nur bei einer kleinen oder großen Landesgartenschau fließen würden. Dieselbe Auffassung vertrat für die CDU-Fraktion deren Vorsitzender Günter Bächle. Die CDU wolle sich in Sachen Landesgartenschau alle Optionen offenhalten. Aktuell entscheide man nur über die Einholung von Angeboten für denkbare Entwicklungskonzepte, aber nicht über die konkrete Bewerbung für eine Gartenschau. Bächle kritisierte aber, dass Oberbürgermeister Arno Schütterle der Sitzung ferngeblieben sei: „Mühlacker braucht einen tatkräftigen OB, der die Sache voranbringt.“ Bandle meinte, in Mühlacker seien die Voraussetzungen nicht nur finanziell nicht gegeben, wenn die oberste Verwaltungsspitze kein Interesse erkennen lasse. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Frank Schneider betonte, seine Fraktion werde das nun angelaufene Verfahren sehr kritisch und jederzeit im Hinblick auf die finanzielle Machbarkeit hin mit Argusaugen begleiten.

Burganlagen mit einbeziehen

Zuvor hatte SPD-Sprecherin Karin Münzmay unterstrichen, dass die SPD-Fraktion ein Grünprojekt unterstütze, weil es realistischer als eine große Landesgartenschau sei. Auch die Burganlagen müssten in die Planungen einbezogen werden. LMU-Sprecher Klemens Köberle meinte, ein Aktionsplan für mehr Grün in der Stadt sei dringend notwendig.