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Die Praxis von Katja Riegel wird ab April von dem Verbund Bubeck aus Vaihingen geführt. Foto: Schrader
Die Praxis von Katja Riegel wird ab April von dem Verbund Bubeck aus Vaihingen geführt. Foto: Schrader
28.12.2016

Hausärztemangel in der Region: Lienzinger Ärztin warnt vor negativer Entwicklung

Mühlacker. Für die Ärztin Katja Riegel muss es beruflich gesehen in diesem Jahr ein besonders schönes Weihnachtsfest gewesen sein. Denn für die 48-Jährige, die ihre Praxis in Lienzingen zum 31. März eigentlich schließen wollte und bisher keinen Nachfolger gefunden hatte, hat sich über die Feiertage doch noch eine Lösung aufgetan: Der Praxisverbund Bubeck mit Einrichtungen in Vaihingen und Lomersheim wird ihre Praxis zum 1. April 2017 übernehmen. Dann wird auf dem Schild am Hauseingang statt Riegel zwar der Name Bubeck stehen, die 48-Jährige wird ihren Patienten jedoch als angestellte Ärztin erhalten bleiben.

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Allerdings nur noch in eingeschränkter Form: Denn der Grund für ihre einstigen Schließungspläne war berufliche Überlastung. „Mir ging es eine Weile gar nicht gut.“ Sie habe es einfach nicht mehr geschafft, Beruf, Familie und Haushalt unter einen Hut zu bekommen. „Ich wusste irgendwann, dass ich allein schon wegen meiner Gesundheit kürzertreten muss.“ Deshalb wird Katja Riegel ihre Sprechstunde ab sofort nur noch vormittags anbieten. Bis zum 1. April ist ihre Praxis deshalb nachmittags geschlossen. Patienten mit akuten Erkrankungen können sich in ihrer Abwesenheit jedoch schon jetzt an die Filialpraxis in Lomersheim wenden. Ab April dann wird die Praxis in Lienzingen auch wieder am Nachmittag geöffnet sein. Ein Kollege wird Katja Riegel unterstützen. „Ich bin sehr glücklich mit dieser Lösung“, sagt sie.

Katja Riegel weist jedoch auch darauf hin, dass in den kommenden Jahren dringend etwas getan werden müsse, um die medizinische Versorgung im Raum Mühlacker weiterhin zu gewährleisten. Denn als ihre Patienten von der geplanten Schließung erfuhren, wandten sich einige völlig verzweifelt an Katja Riegel, weil sie bei den Ärzten in der Umgebung offenbar nicht mehr aufgenommen wurden. „Viele haben einen Aufnahmestopp“, so Riegel. Findet eine Praxis also tatsächlich keinen Nachfolger, dürfte es für die Patienten sehr schwer sein, in nächster Umgebung einen Platz bei einem Hausarzt zu bekommen.

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