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12.10.2010

ICE-Panne verstimmt Reisende aus der Region

VAIHINGEN/ENZ. Die ICE-Panne in Vaihingen hat Auswirkungen auf über 40 Züge gehabt. Vor allem der Fernverkehr war massiv von Verspätungen betroffen. In Kombination mit den Bauarbeiten auf der Schnellfahrstrecke sorgte der liegengebliebene ICE dafür, dass zwischen Vaihingen an der Enz und Stuttgart auf der Schiene etwa eine Stunde lang nichts mehr ging.

Wie ein Sprecher der Bahn in Stuttgart Muehlacker-news auf Nachfrage mitteilte, wurden zwischen Mühlacker und Bietigheim-Bissingen kurzfristig einige Busse eingesetzt. Allerdings wisse er nicht wie viele. Einem Reisenden aus Königsbach zufolge, der sich in der Redaktion meldete, war die Zahl der Busse keinesfalls ausreichend. Davon abgesehen ließ Frank Wüst zufolge die Kommunikation seitens der Deutschen Bahn sehr zu wünschen übrig.

Bildergalerie: ICE bleibt bei Vaihingen an der Enz liegen

Wüst berichtete, er sei am Sonntagabend zusammen mit zehn Erwachsenen sowie mit sechs Kindern nach einem Ausflug auf dem Weg zurück zum Bahnhof in Remchingen gewesen. In Sachsenheim im Kreis Ludwigsburg sei man dann aufgefordert worden, den Regionalexpress zu verlassen. Zunächst seien die Fahrgäste nur darüber informiert worden, dass es einen "Oberleitungsschaden" gebe.

Nach etwa 45 Minuten sei dann ein Bus bereitgestellt worden, der aber die mehreren Hundert Fahrgäste des Zuges nicht habe aufnehmen können. "Der Gipfel der Unverfrorenheit war dann, dass der Busfahrer zunächst noch die Fahrkarten sehen und so nur die Tür vorne öffnen wollte. Nach einem heftigen Proteststurm wurden dann aber gnädigerweise auch die anderen Türe geöffnet", berichtete Wüst.

Er und seine Begleiter seien in der Kälte und weiterhin ohne Informationen zurückgeblieben. Erst eine Stunde später habe man einen Bus, der nach Mühlacker gefahren sei, besteigen können. Auf dem Weg dorthin hätten die Reisenden am Busbahnhof in Vaihingen an der Enz viele andere von der ICE-Panne betroffene Menschen erblickt. Selbst sei er mit zwei Stunden Verspätung nach Hause gekommen.

Bildergalerie:

Indes teilte der Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Muehlacker-news mit, die Fahrgäste des liegen gebliebenen ICE seien auch nach einer Wartezeit von über einer Stunde noch vergleichsweise geduldig gewesen. "Die Stimmung war ganz gut", sagte Thomas Korz: "Sie hätte allerdings kippen können, es hätte nicht mehr viel länger dauern dürfen." Im Zug hätte sich eine schwangere Frau befunden, die glücklicherweise aber keine Beeinträchtigungen erlitten habe. "Man hat schon gemerkt, dass die Luft im Zug verbraucht war. Zum Glück konnten allerdings die Türen geöffnet werden", sagte Korz.

Bis sich ein Ersatzzug in Richtung München in Bewegung setzen konnte, vergingen letztlich annähernd drei Stunden. Zwischen Vaihingen an der Enz und Stuttgart waren am Sonntagabend nach Angaben der Deutschen Bahn 27 Züge des Fernverkehrs und zwölf Züge des Regionalverkehrs sowie einzelne Güterzüge betroffen. Im Schnitt hätten die betroffenen Reisenden 45 Minuten auf die Weiterfahrt warten müssen. Ralf Kohler