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Symbolbild dpa
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11.07.2018

Illinger Missbrauchs-Prozess: Stiefvater befriedigt sich vor Augen des Kindes

Illingen/Pforzheim. Noch ist das Urteil über einen 50-jährigen Mann, der geständig ist und wegen sexuellen Missbrauchs an seiner damals acht- beziehungsweise neunjährigen Stieftochter vor der Auswärtigen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe in Pforzheim steht, nicht gefällt.

Das Urteil will der Vorsitzende Richter Andreas Heidrich am Dienstag, 17. Juli, um 13 Uhr verkünden. Da Teile der Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden, waren am Mittwoch auch die Schlussplädoyers nichtöffentlich. „Es tut dem Mann sehr leid“, ließ der Richter verlauten. Einig wurden sich die Anwältin der Nebenklage, Evangelia Karipoglou, die das Kind vertritt, und Achim Bächle, Verteidiger des Angeklagten, jedoch bereits mit einem Vergleich. Das Kind soll nach Haftentlassung des Stiefvaters 5000 Euro, bezahlt in Raten, erhalten. Auch für eventuell spätere immaterielle Schäden, die im Zusammenhang mit dem Missbrauch stehen, der oral geschehen ist, soll der Grieche aufkommen.

Dass es überhaupt zum Prozess kam, lag daran, dass die Tochter ihrer Mutter vor geraumer Zeit von Geheimnissen und „Spielen“ berichtete. Wie sich auf Nachfragen der Mutter herausstellte, musste die Tochter während der „Spiele“ das Glied ihres Stiefvaters küssen, der sich zudem selbst befriedigte – teilweise auch vor den Augen des Kindes, wie ein Psychiater berichtete.

Wie der Psychiater ausführte, habe der Missbrauch mit der Zeit in der Intensität, Ausführung und Dauer zugenommen. Dennoch gebe es bei dem Angeklagten, der sich für ältere Frauen interessiere, keine pädophilen Neigungen oder Kernstörungen. „Es ist nicht zu erwarten, dass er sich auf Spielplätzen rumtreibt“, so die Aussage des Fachmanns, der die Taten einer Krise und mangelndem Selbstwertgefühl zuschreibt.

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