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Seit 8. Juli wandert der Franzose Marc Brunet (Mitte) auf dem Waldenser- und Hugenottenpfad und wurde kürzlich in Pinache von Pfarrer Friedrich Hörger und Ilse Beuchle begrüßt.  Prokoph
Seit 8. Juli wandert der Franzose Marc Brunet (Mitte) auf dem Waldenser- und Hugenottenpfad und wurde kürzlich in Pinache von Pfarrer Friedrich Hörger und Ilse Beuchle begrüßt. Prokoph
28.08.2017

In den Fußstapfen der Waldenser

In seinem Blick steht die satte Zufriedenheit mit dem eigenen Tun. Die Rede ist von dem Franzosen Marc Brunet, der am späten Donnerstagnachmittag auf Einladung von Ilse Beuchle und Pfarrer Friedrich Hörger in Pinache Station machte und dort auch übernachtete. Denn seit dem 8. Juli wandert der 62-jährige Extremsportler den Hugenotten- und Waldenserpfad auf insgesamt 1800 Kilometern von Frankreich bis nach Bad Karlshafen/Hessen.

Zuvor durchquerte Brunet unter anderem schon zu Fuß die marokkanische Wüste, legte in zwölf Tagen 380 Kilometer mit 26 000 Höhenmetern Differenz nach Korsika zurück und radelte im Liegefahrrad 6250 Kilometer von Frankreich nach Armenien.

Bei all seinen Abenteuern ist es Marc Brunet ein besonderes Anliegen, auf die Christen aufmerksam zu machen, die ihres Glaubens wegen verfolgt werden. Deshalb kann man seine Route auch online verfolgen. So kam die Pinacherin Ilse Beuchle zum Kontakt mit Brunet. „Mich hat Renate Buchenauer, die Vorsitzende des Vereins Hugenotten- und Waldenserpfad, angerufen und mich darauf aufmerksam gemacht“, berichtete Beuchle. Per E-Mail waren Brunet und sie schon in englischer Sprache seit Anfang Juli in Kontakt. Eigentlich wollte Brunet schon am Mittwoch kommen. Aber kurz zuvor konnte er in Neuhengstett übernachten. Solche Überraschungen gibt es auf seiner Reise immer mal wieder. In Epfendorf hat er auf der Suche nach einer Möglichkeit, sein Trinkwasser aufzufüllen, sogar einen Franzosen getroffen, der ihm für die Nacht eine Unterkunft anbot. „Das war eine göttliche Begegnung, denn wir waren seelenverwandt“, berichtete Brunet.

Sein Gepäck im Rucksack wiegt etwa neun Kilogramm und umfasst nur das nötigste, wie gefriergetrocknete Nahrung, die er sich auf einem Campingkocher zubereitet, ein Zelt und eine Matte. Denn meistens übernachtet er im Wald. Pro Tag kommt Brunet mit einem halben Liter Wasser aus. Auf seiner Route will er sich mit den Hugenotten und Waldensern identifizieren, die einst auf diesem Weg aus der Verbannung nach Deutschland kamen. Auch Wiernsheims Ortsteile Pinache und Serres wurden im Jahr 1699 von den Waldensern begründet. Überdies steht in Pinache die älteste deutsche Waldenserkirche aus dem Jahr 1721.

Kontakt zu seiner Frau

Ganz fern der Zivilisation ist Marc Brunet auf seiner einsamen Tour nicht, denn jeden Tag telefoniert er mit seiner Frau Francoise, die in Valence geblieben ist. „Ich finde es ganz toll, dass Marc Brunet nun unseren Hugenotten- und Waldenserpfad läuft und uns in Pinache begegnet“, sagte Ilse Beuchle. Und auch Pfarrer Friedrich Hörger freute sich über den Stop des französischen Pastorensohnes in Pinache.

In Frankreich sei der Weg durch die Höhenlagen schwieriger zu bewältigen, berichtete Brunet, in Deutschland seien die Wege breiter. Über seine Wanderung wird Brunet später in Frankreich einen Vortrag halten. Und dann wird er auch über seine herzliche Aufnahme in Pinache berichten.

Infos zu Marc Brunet auf seiner Route gibt es unter www.aventure-en-solidaire.net