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Auch die Lienzinger Zehntscheuer soll in den kommenden Monaten modernisiert werden.  Foto: Privat 

In diesen zwei Stadtteilen machen sich die Stadträte für Sanierungsgebiete stark

Mühlacker. Sie sind häufig das einzig wirkungsvolle Instrument, um eine Verschönerung der Orte zu erreichen: Sanierungsgebiete, die den Hausbesitzern eine Förderung zur Neugestaltung ihrer Immobilie in Aussicht stellen. Im Ortskern von Lienzingen wurde bereits vor Jahren ein Sanierungsgebiet ausgewiesen, das auf Wunsch der CDU-Fraktion nun verlängert werden soll. In Enzberg soll es Hausherren im Bereich der Nieferner Straße und Dr.-Simons-Straße bald ebenfalls möglich sein, auf staatliche Mittel zurückzugreifen.

Doch ob beide Vorschläge umgesetzt werden können, ist momentan zumindest fraglich. Das Land habe das Sanierungsgebiet „Ortskern Lienzingen“ nämlich bereits bis zum 30. April 2021 verlängert. Eine weitere Verlängerung könne deshalb erst 2020 beantragt werden, heißt es in der Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Lienzinger CDU-Stadträte Günter Bächle, Bernd Obermeier und Matthias Trück.

Die Zustimmung des Regierungspräsidiums sei aber aus heutiger Sicht unwahrscheinlich, da das Sanierungsgebiet nach Ablauf der aktuellen Frist bereits die nach dem Baugesetzbuch vorgesehene Höchstlaufzeit von 15 Jahren erreicht habe, schreibt Bürgermeister Winfried Abicht. Die Regellaufzeit von Sanierungsmaßnahmen liege bei acht Jahren und werde regelmäßig um zwei weitere Jahre auf zehn Jahre verlängert, in seltenen Fällen auch darüber hinaus. Bereits die Tatsache, dass das Regierungspräsidium der Verlängerung auf inzwischen 15 Jahre zugestimmt habe, sei sehr außergewöhnlich und allein dem hohen denkmalrechtlichen Wert des Lienzinger Ortskerns zuzuschreiben, heißt es in der Pressemitteilung der CDU. Eine weitere Verlängerung müsste, um aus Sicht der Verwaltung erfolgreich zu sein, darüber hinausgehende außergewöhnliche Besonderheiten aufweisen. Die nicht fertiggestellte Zehntscheuer beispielsweise sei hierfür kaum ausreichend, ebenso wenig einige mögliche weitere Modernisierungsfälle, denn dieses Argument gelte vermutlich noch für Jahrzehnte, so der Bürgermeister. Dem halten die CDU-Stadträte entgegen, es würden auch nach 2021 noch unter Denkmalschutz stehende Häuser vorhanden sein, die nicht saniert seien. Die CDU werde zu gegebener Zeit einen Antrag auf Verlängerung initiieren.

Und auch in anderen Stadtteilen wird über Sanierungsmaßnahmen diskutiert: In städtebaulicher Hinsicht sei laut CDU eine Aufwertung des Enzberger Ortskerns im Bereich Nieferner Straße und Dr.-Simons-Straße dringend geboten. Ziel müsse die Aufnahme auch dieses Areals ins Landessanierungsprogramm sein.

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