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Viele Menschen waren zur Übergabe der Stele in die Enzgärten gekommen und erfreuten sich an dem neuen Schmuckstück. Oberbürgermeister Frank Schreiner (von links) bedankte sich bei HAV-Vorsitzender Christiane Bastian-Engelbert, Kassierer Wolfgang Rieger und Vereinsvize Albrecht Münzmay. Foto: Kollros
Viele Menschen waren zur Übergabe der Stele in die Enzgärten gekommen und erfreuten sich an dem neuen Schmuckstück. Oberbürgermeister Frank Schreiner (von links) bedankte sich bei HAV-Vorsitzender Christiane Bastian-Engelbert, Kassierer Wolfgang Rieger und Vereinsvize Albrecht Münzmay. Foto: Kollros
10.09.2017

Jupitersäule: Historisches Schmuckstück für die Enzgärten

Mühlacker. Die Wurzeln des mittleren Enztals um Mühlacker reichen bis in die Römerzeit. Das belegen Villa-Ausgrabungen wie bei Enzberg und Lomersheim. Dieser langen Geschichte hat der Historisch-Archäologische Verein Mühlacker (HAV) nun ein Denkmal gesetzt und entlang des Dammwegs in den Dürrmenzer Gärten die Replik einer Jupitersäule aufgestellt. Dabei wird die Nachbildung eines Viergöttersteins in Szene gesetzt, der vor über 60 Jahren bei einem Hausbau ganz in der Nähe gefundenen worden war.

Mit diesem Gedanken habe man schon längere Zeit gespielt, so die Vorsitzende des HAV Christiane Bastian-Engelbert bei der Übergabe des Kunstwerks an die Stadt und damit an die Bevölkerung. Solche Steine und darauf platzierte Säulen zeugen von einem Gelübde, das der jeweilige Landmann – in diesem Fall Aprilus – nach seiner Tätigkeit in der Legion vor seinem Herrn ablegte, wenn er zu Reichtum gekommen war und dafür die Göttersteinstele stiftete.

Der Mühlacker Bildhauer Bernd Scheible hat den Stein nach historischem Vorbild aus Schilfsandstein neu gefertigt. Dabei erkennt man die Gottheiten Mars und seine Partnerin Victoria, auf der dritten Seite ist Vulkan positioniert und auf der vierten ist das Gelübde des Aprilus Donatus in lateinischer Sprache eingemeißelt.

Über den Stein erhebt sich eine von der Schlosserei Off geschaffene Stahlsäule – ein „Zugeständnis an die Investitionskosten“ in immerhin fünfstelliger Höhe, betont die Vorsitzende. Den Abschluss der Säule bildet die Nachbildung der höchsten Gottheit in der römischen Religion. Dieses Detail hat der Künstler Albrecht Münzmay geschaffen.

Oberbürgermeister Frank Schneider betonte bei der kleinen Feierstunde, wie wichtig es sei, sich zu seiner Geschichte zu bekennen. Und dafür sei der Standort in den Enzgärten wie geschaffen. Das Original des Viergöttersteins ist im Stadtmuseum ausgestellt.