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Werden Bäume gefällt, erhitzt das häufig die Gemüter. Foto: Meyer/Archiv
Werden Bäume gefällt, erhitzt das häufig die Gemüter. Foto: Meyer/Archiv
10.10.2018

Kampf dem Kahlschlag: In Mühlacker sollen etliche Bäume gefällt werden

Mühlacker. Mühlacker und seine Bäume – das ist ein Thema für sich. Man erinnere sich an den Birnbaum im Kreisel bei Lomersheim, den Unbekannte in einer Nacht und Nebel-Aktion fällten. Man erinnere sich an die Linde in Lienzingen, die weichen musste und erzürnte Stadtteilbewohner zurückließ.

Man erinnere sich aber auch an das ständige Chaos in der Bahnhofstraße aufgrund der dort gepflanzten Bäume, deren bananenschalenartigen Blätter die Dachrinnen verstopfen.

Bäume – insbesondere dann, wenn sie gefällt werden sollen – bewegen die Menschen. In Mühlacker gar derart, dass dem Gemeinderat nun regelmäßig ein ausführliches Schriftstück präsentiert wird, in dem minutiös aufgeführt ist, welche Bäume weichen sollen. Dieses Vorgehen soll verhindern, dass ein Baum, an den man sich womöglich seit Jahrzehnten gewöhnt hat, der Motorsäge zum Opfer fällt, ohne dass die Anwohner informiert worden sind.

In der jüngsten Sitzung des Mühlacker Gemeinderats war es nun wieder soweit: Die Stadtverwaltung präsentierte eine Liste jener Bäume, die gefällt werden sollen – und prompt meldeten sich beinahe zwei Drittel des Gremiums.

Das häufig uneinige Gremium konnte hier nun tatsächlich auf einen gemeinsamen Nenner kommen: Nur das Nötigste solle getan werden – ein Kahlschlag sei zu verhindern, erklärte Rolf Leo (FW). „Wir haben es hier schließlich mit einem sehr emotionalen Thema zu tun“, betonte Wilhelm Heidinger (FDP). Und auch Klemens Köberle (LMU) gab zu bedenken, dass sich wohl keiner eine Stadt ohne Bäume vorstellen wolle, woraufhin OB Schneider jedoch versicherte, dass lediglich jene Bäume entfernt werden, die krank seien und somit eine Gefahr darstellten. Zudem gebe es Ersatzpflanzungen, wodurch die Anzahl der Bäume in der Stadt keineswegs verringert werde.

Bernd Obermeier (CDU), von Beruf Förster, erläuterte am Ende der Debatte, das Wichtigste sei die Verkehrssicherung. Sprich: Dass niemandem etwas passiert durch alte oder kranke Bäume.

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