nach oben
Soll möglichst zügig neu gestaltet werden: Der rückwärtige Teil des Dürrmenzer Kanne-Schuler-Areals. Foto: Lutz
kanne-schuler-areal © Lutz
28.09.2011

Kanne-Schuler-Areal: Räte drängeln für Dürrmenz

MÜHLACKER-DÜRRMENZ. Bei der Sanierung des Dürrmenzer Ortskerns rennt langsam aber sicher die Zeit davon. Die Mitglieder des Mühlacker Gemeinderats wollen nun endlich Ergebnisse sehen.

Es ist ein leidiges Thema, mit dem sich die Mühlacker Gemeinderäte in ihrer vergangenen Sitzung erneut befassen mussten. Wieder einmal ging es dabei um die Sanierung des Dürrmenzer Kanne-Schuler-Areals, und wieder einmal ist auch nach der Sitzung nicht so wirklich klar, wie es genau weiter geht in den kommenden Wochen. Zwar konnte Armin Dauner, der Leiter des Senderstädter Planungsamts, den Gemeinderäten am Dienstagabend das Baukonzept der Tübinger Sax-Gruppe für die Dürrmenzer Ortsmitte präsentieren, dem das Gremium auch zustimmte.

Einen genauen Zeitplan, was in den kommenden Wochen und Monaten nun passieren soll, wie von den Stadträten gefordert, hatte die Verwaltung jedoch nicht parat. „Wir müssen jetzt endlich einmal einen Knopf an die Sache bekommen“, sagte denn auch Karin Münzmay (SPD). „Seit Jahren schon wiederholen wir diese Forderung gebetsmühlenartig.“

Ein Punkt, den auch Ulrike Fuchs (Grüne), Jens Hanf (FDP) und Günter Bächle, der Sprecher der CDU-Fraktion, ansprachen. Letzterer betonte: „Die Förderung für die Sanierung läuft nur noch bis zum Jahr 2013. Es wird also Zeit.“

Bächle vertrat zudem die Ansicht, dass nicht jedes Thema, das möglicherweise unangenehm werden könnte, im nichtöffentlichen Teil einer Gemeinderatssitzung behandelt werden müsse. Aus diesem Grund sprach Bächle unumwunden an, dass auch der Abbruch einiger Gebäude wie beispielsweise das Haus an der Hofstraße 17, welches direkt an das Kanne-Schuler-Areal angrenzt, öffentlich diskutiert werden solle. Wie Bürgermeister Winfried Abicht erläuterte, habe die Verwaltung in diesem Fall eigentlich bei Beginn der Planungen gedacht, dass das Gebäude nicht erhaltenswert sei. Im Laufe der Untersuchungen habe sich jedoch ergeben, dass durchaus eine wertvolle Substanz in dem Haus stecke. Wie es nun mit dem Gebäude genau weitergeht, sei daher offen.

Abicht bat die Räte jedoch um Verständnis für die allgemeine Situation: „Wir mussten lernen, dass es wesentlich schwieriger ist, ein solches Projekt in der Mitte eines Ortes durchzuführen, als beispielsweise die Planung für das Baugebiet Sommerberg.“ Dies hänge auch mit dem Landesdenkmalamt zusammen, das unter Umständen noch weitere Grabungen in dem Gebiet durchführen will. Dass sich nun jedoch endlich etwas tun müsse, um in den vollen Genuss der Fördermittel zu kommen, habe auch die Verwaltung durchaus realisiert, betonte Abicht. Immerhin habe man es nun geschafft, Investoren für die schwierige Aufgabe zu finden, deren Planungen inzwischen auch weit fortgeschritten seien.

Rolf Leo von den Freien Wählern, durch die Erfahrungen der vergangenen acht Jahre, in denen sich aus seiner Sicht nicht besonders viel getan hat, leicht resigniert, rief hingegen das „Prinzip Hoffnung“ aus: „Wenn das alles jetzt nicht klappt, haben wir demnächst ansonsten ein Grünprojekt neben Ruinen.“ Und Heidemarie Roller (SPD) scherzte, dass man im Mühlacker Stadtteil bereits von „Dürrmenz 21“ spreche. „Und das aus dem Grund, weil niemand mehr daran glaubt, dass die Sanierung vor 2021 fertig ist.“ Maximilian Lutz