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Hinter den Mauern der Karl Bausch GmbH hat ein Vorarbeiter aus Mühlacker den Betriebsleiter der Kleinglattbacher Stanzerei mit einer Eisenstange getötet. 
Hinter den Mauern der Karl Bausch GmbH hat ein Vorarbeiter aus Mühlacker den Betriebsleiter der Kleinglattbacher Stanzerei mit einer Eisenstange getötet.  © PZ-Archiv
13.10.2010

Keine Überlebenschance - 15 Schläge mit der Eisenstange

HEILBRONN/KLEINGLATTBACH. Dafür, dass er seinen Chef umgebracht hat, soll ein 36 Jahre alter Mann aus Mühlacker eine lebenslange Haftstrafe antreten. Das hat der Staatsanwalt beantragt. Zwar hat der Angeklagte die Tat, die er auf dem Firmengelände in Vaihingen/Kleinglattbach beging, im Prozess vor dem Landgericht Heilbronn zugegeben, allerdings sieht das Gesetz bei einer Verurteilung wegen Mordes die Möglichkeit eines Strafnachlasses nicht vor.

Der Angeklagte war vom Betriebsleiter beim Aufbrechen des Kaffeeautomaten erwischt worden. Darauf schlug er auf diesen mit einer Eisenstange ein. Aus Sicht des Verteidigers ging es dem Senderstädter jedoch nicht darum, den Betriebsleiter zu töten. Deshalb plädierte der Verteidiger dafür, eine Strafe von maximal zwölf Jahren zu verhängen. Vor den Plädoyers waren die beiden Gutachter gehört worden.

Wie der Rechtsmediziner Heinz-Dieter Wehner ausführte, hat der Angeklagte mit einem 1,5 Kilogramm schweren Brecheisen mindestens 15 mal auf sein Opfer eingeschlagen. Das Opfer habe keine Überlebenschance gehabt. Das Gehirn, aber auch der Ellbogen des Mannes sind zertrümmert worden, sagte Rechtsmediziner Wehner.

Der Psychiater Kristian-Olav Rosenau diagnostizierte eine Anpassungsstörung des Angeklagten. Für gewöhnlich neige er dazu, so zu handeln, dass es anderen gefällt. Dafür, dass der 36-Jährige bei der Konfrontation in der Firma nicht flüchtete, sondern auf das Opfer einprügelte, konnte der Gutachter der Schwurgerichtskammer keine zwingende Erklärung liefern. Spielsüchtig war der Angeklagte aus Sicht des Psychiaters nicht.

Ganz zu Beginn des vierten Verhandlungstages hatte der Angeklagte aus Mühlacker seine Darstellung des Tatgeschehens korrigiert. Die Behauptung, der Betriebsleiter habe ihn zunächst mit Beleidigungen und einem Tritt gegen das Schienbein provoziert, nahm der 36-Jährige zurück. Während der Beweisaufnahme hatten sich keinerlei Hinweise darauf ergeben. Der Prozess soll nun am 20. Oktober mit dem Urteil zu Ende gehen.