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Für den „Bürgerladen“ in Mühlacker-Mühlhausen haben die Arbeitsgruppenmitglieder Marco Rettstatt (von links), Sabine Rettsatt, Wolfgang Schreiber, Oliver Höhner, Doreen Höhner, Ulrike Fuchs, Marcus Beisteiner und Andreas Passelt geworben. Foto: Bächle
Für den „Bürgerladen“ in Mühlacker-Mühlhausen haben die Arbeitsgruppenmitglieder Marco Rettstatt (von links), Sabine Rettsatt, Wolfgang Schreiber, Oliver Höhner, Doreen Höhner, Ulrike Fuchs, Marcus Beisteiner und Andreas Passelt geworben. Foto: Bächle
04.02.2018

Kleine Schritte zum Dorfladen in Mühlacker-Mühlhausen

Mühlacker-Mühlhausen. Eine Genossenschaft oder doch ein wirtschaftlicher Verein? Wo soll der Laden denn genau entstehen? Und was wird den Mühlhäusern dort alles geboten? Fragen über Fragen zum geplanten Bürgerladen stellten sich rund 40 interessierte Mühlhäuser Bürger am Freitagabend im örtlichen Vereinsheim. Auf viele Fragen konnten die drei bestehenden Arbeitsgruppen der Interessengemeinschaft „Bürger für Mühlhausen“ in ihrer Vorstellung bereits eine Antwort geben.

Gerade das Thema der Organisationsform sorgte für Diskussionsstoff. Die Arbeitsgruppe „Gründung“ warb dabei klar für eine Genossenschaft. Eine solche sei einfacher zu betreiben und habe steuerliche Vorteile, so der Mühlhäuser Stadtrat Wolfgang Schreiber. Man will wie für Genossenschaften üblich, Anteile veräußern. Mit Anteilsscheinen für 25 Euro sowie 50 Euro kann man sich beteiligen, so der Vorschlag der Arbeitsgruppe. Doch Schreiber stellte gleich klar: Eine Dividende kann es nicht geben. Bei der Finanzierung hofft man vor allem auch auf die Stadt. In ersten Gesprächen habe die Stadtverwaltung auch bereits Bereitschaft signalisiert. Aber nicht nur Geld ist notwendig, es bedarf auch einer baurechtlichen Nutzungsänderung, um aus der ehemaligen Schreinerei, die als Wunschimmobilie gilt, einen Mühlhäuser Bürgerladen zu machen.

Ideen sind willkommen

Nur mit einem Eimer Farbe dürfte es bei den Räumlichkeiten aber nicht getan sein und so warben die Anwesenden auch um neue Mitstreiter. „Was sich acht Leute ausdenken, kann nicht für 1000 Leute passen. Deshalb brauchen wir Mitstreiter“, meinte Marco Rettstatt und auch Stadtrat Oliver Höhner bat: „Wer Ideen hat – gern!“ Die erschienenen Bürger zeigten sich durchaus bereit, an der Planung, Umsetzung und schlussendlich am Betrieb des Dorfladens mitzuwirken. Dieser soll sowohl unter der Woche, als auch samstags gewährleistet werden. Dafür errechneten die Arbeitsgruppen einen Bedarf von 35 Personen: Bei einer zweistündigen Arbeitszeit kämen die Mitarbeiter alle zwei Wochen an die Reihe.

Der Bürgerladen soll dafür sorgen, dass den Mühlhäusern all das geboten werden kann, was sich die Ortsansässigen bei einer Umfrage im vorigen Jahr gewünscht hatten. Dazu zählt neben der Versorgung mit allerlei Lebensmitteln, auch eine Poststelle, ein Hol- und Bringdienst, ein Café sowie eine Tauschbörse. Um ein möglichst breites Angebot offerieren zu können, sucht man in Mühlhausen nach Kooperationspartnern. Neben den Banken, die in Zukunft die Gemeinde wieder vor Ort mit ihren Dienstleistungen versorgen möchten, plant man das Gespräch mit Apothekern und Getränkehändlern. Den Fokus will man hierbei aber auf bedarfsorientierte Bestellungen legen. Um nicht hohe Hygienevorschriften in Kauf nehmen zu müssen, soll es beispielsweise Brötchen auf Bestellung geben, die bereits gepackt den Bürgerladen erreichen und dort abgeholt werden können. In Betrieb soll der Laden noch vor den Sommerferien gehen.