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Ein solcher Rettungsschlauch könnte auch für das Knittlinger Steinhaus in Frage kommen.
Ein solcher Rettungsschlauch könnte auch für das Knittlinger Steinhaus in Frage kommen.
09.11.2011

Knittlingen: Im Schlauch raus aus der Feuerhölle

Eine Lösung für das Dilemma des zweiten Rettungswegs für das Knittlinger Steinhaus ist in Sicht. Der Gemeinderat hat beschlossen, zwei Rettungsschläuche im ersten und zweiten Obergeschoss einbauen zu lassen.

Nachdem das Landratsamt das Fehlen eines zweiten Rettungswegs bemängelt hatte, wurde 2009 eine Planung für den Bau einer Außenrettungstreppe vorgestellt. Obwohl Sicherheitsaspekte immer im Vordergrund standen, stieß diese Umsetzungsmöglichkeit beim Gemeinderat auf wenig Gegenliebe. Auch der Denkmalschutz hatte Einwände. In Abstimmung mit dem neuen Kreisbrandmeister Christian Spielvogel informierte sich die Verwaltung über einen Personenrettungsschlauch, den die Firma Axel Thoms anbietet. Die ungeliebte Außentreppe hätte Kosten von rund 160 000 Euro verursacht, erklärte Bürgermeister Heinz-Peter Hopp. Für die Rettungsschläuche mit 15 Jahren Garantie und deren Einbau sollen nun rund 30 000 Euro fällig werden. Die Schläuche sind im Fall des Steinhauses rund viereinhalb und knapp acht Meter lang. Personen, die sie nutzen, rutschen nicht ungebremst nach unten, wie die Firma in einem Film vorführt. In der Röhre ist ein zweiter Schlauch quasi wie eine Wendeltreppe eingebaut, so schlängelt sich die Person nach unten. Die Schläuche sind nach Firmenangaben auch an Hochhäusern, Schulen oder Kindergärten im Einsatz. Die gefundene Lösung wurde im Knittlinger Gemeinderat von allen Seiten gelobt, verbunden mit der Hoffnung, dass sie nie im Ernstfall eingesetzt werden muss. Und einen verheerenden Brand hat es im Jahr 2005 im Knittlinger Steinhaus bereits gegeben. nad