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Umziehen soll er Knittlinger Bauhof: Für diese Maßnahme sieht der Entwurf des Kämmerers im nächsten Jahr Ausgaben von 500 000 Euro vor.
Umziehen soll er Knittlinger Bauhof: Für diese Maßnahme sieht der Entwurf des Kämmerers im nächsten Jahr Ausgaben von 500 000 Euro vor.
15.12.2010

Knittlingen will mit Haushalt Zeichen setzen

KNITTLINGEN. Im Gemeinderat hat der Knittlinger Kämmerer Manfred Dannecker einen Haushaltsentwurf vorgestellt, der über 2011 hinaus Signale setzen würde. Das Volumen beträgt insgesamt gut 21 Millionen Euro.

„Wenn wir in die ganzen Maßnahmen einsteigen, dann ist der Haushalt für 2012 praktisch auch gleich gemacht“, sagte der Knittlinger Kämmerer bei der letzten Gemeinderatssitzung in diesem Jahr. Manfred Dannecker hob mehrfach auf die „Signalwirkung“ seiner Planungen ab. Die finanziellen Spielräume sind minimal. Allerdings verdeutlichte Dannecker ebenso, dass es nicht ratsam wäre, Investitionen hinauszuschieben. Fördergelder des Landes Baden-Württemberg in Anspruch zu nehmen, wäre ihm lieber.

Drei Unsicherheitsfaktoren

Aus Sicht von Dannecker gibt es für 2011 drei Unsicherheitsfaktoren. Ob die Sanierung im Ortsteil Freudenstein-Hohenklingen kommt, ist nicht klar. Ob sich durch Grundstücksverkäufe wie erhofft ein Erlös von 750 000 Euro erzielen lässt, muss sich erst zeigen. Ebenso lässt es sich in Sachen Gewerbesteuer schlecht kalkulieren. Während Dannecker im Allgemeinen eher auf Vorsicht setzt, plant er mit relativ viel Gewerbesteuereinnahmen. Von zwei Millionen Euro auszugehen, sei optimistisch, sagte der Kämmerer. Das er am Ende seiner Darlegungen viel Applaus bekam, spricht dafür, dass der Gemeinderat an seiner bisherigen Arbeit nichts auszusetzen hat.

Schuldenaufnahme als Option

Momentan fehlen in Danneckers Rechnung noch 2,3 Millionen, „ein sehr dicker Brocken“, wie er sagt. Von daher zeigt er bei der Haushaltseinbringung verschiedene Möglichkeiten auf. Bei den Bauvorhaben und Anschaffungen zu kürzen, wäre eine Möglichkeit. Eine andere Option wäre es, auf bis zu vier Millionen der allgemeinen Rücklagen zurückzugreifen. In Frage kommt aber auch eine Kreditaufnahme. Nach Einschätzung des erfahrenen Kämmerers halten sich die Zinsen im Rahmen.Auch auf eine Mischlösung könnten sich die Stadträte bei der Verabschiedung des Haushalts im neuen Jahr einigen.

Im Vergleich mit dem für 2010 verabschiedeten Haushalt stellen sich Dannecker zufolge mehrere Konstellationen günstiger dar. Beispielsweise war im Verwaltungshaushalt für das laufende Jahr eine Deckungslücke von fast einer Million eingeplant worden. 2011 soll maximal eine Deckungslücke von 100 000 Euro entstehen.

Unter den größeren Projekten , die angegangen werden sollen, schlägt der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Danneckers Entwurf mit dem größten Betrag zu Buche. Ausgaben von 750 000 Euro sind geplant. Eine Rate von 500 000 Euro ist für die anvisierte Verlegung des Bauhofs vorgesehen. Er soll zusammen mit der Feuerwehr auf dem ehemaligen Scholl-Areal angesiedelt werden.

Seit Längerem im Gespräch ist außerdem eine Tiefgarage beim Rathaus. Für sie ist im Haushaltsentwurf eine erste Rate von 500 000 Euro vorgesehen. Unvermeidlich ist es, deutlich höhere Personalkosten einzuplanen. Aufgrund von Tariferhöhungen steigen die Ausgaben in diesem Bereich um fast 300 000 Euro.

Trotz aller finanzieller Nöte und trotz aller Vorsicht will Dannecker lieber gleich einige kleinere Ausgabeposten einkalkulieren anstatt im Jahresverlauf eine böse Überraschung zu erleben. Beispielsweise sei der Friedhofsbagger nach 22 Jahren so anfällig, dass man in Betracht ziehen müsse, dass er den Geist aufgibt.Ansonsten sprächen die Erfahrungen des vorigen Winters und die derzeitige Wetterlage für steigende Kosten während der kalten Jahreszeit. Ebenso sei es wichtig für den Fall vorbereitet zu sein, dass eine Familie nach einem Brand ein Notquartier brauche. Die Betroffenen könnten in einer städtischen Wohnung am Kirchplatz unterkommen, um die ein wenig einzurichten schlägt Dannecker vor, 5000 Euro bereitzustellen. Ebenso müssten im Rathaus einzelne Zimmer dringend neu eingerichtet werden.Defizite werden beseitigtSo schlägt Dannecker im Hinblick auf die Sanierung des Kindergartens Kleinvillars vor, „einen Knopf dranzumachen“. 14 500 Euro sollten für entsprechende Maßnahmen reichen. Was Gewerbegebiete angeht, zeichnet sich ab, dass keine großen Kosten mehr anfallen. Inwieweit sich in der nächsten Zeit Unternehmen etwa für das Knittlinger Kreuz entscheiden, ist aber offen.