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Informationen geben der Verein Tagesmütter Enztal mit Geschäftsführer Werner Kunstetter (Dritter von links) und Tagsmutter Gül Üner aus Niefern-Öschelbronn (Fünfte von links) immer am ersten Freitag im Monat.Foto: Prokoph
Informationen geben der Verein Tagesmütter Enztal mit Geschäftsführer Werner Kunstetter (Dritter von links) und Tagsmutter Gül Üner aus Niefern-Öschelbronn (Fünfte von links) immer am ersten Freitag im Monat.Foto: Prokoph
02.05.2014

„Knuddeln gehört zum Job“ - Tagesmütter aus der Region erläutern ihre Aufgaben

Mühlacker. Immer am ersten Freitag im Monat treffen sich Tagesmütter, Eltern und der Geschäftsführer und Vorsitzende des Vereins Tagesmütter Enztal, Werner Kunstetter, in Mühlacker. In der Geschäftsstelle des Vereins, die sich in der Bahnhofstraße 118 befindet, wird dann von neun bis elf Uhr mit den Kindern gemütlich gefrühstückt und sich über alles Mögliche ausgetauscht.

Gül Üner aus Niefern-Öschelbronn ist seit dem Jahr 2009 Tagesmutter und betreut derzeit acht Kinder. Überdies war sie auch schon als Vorsitzende des Tagesmüttervereins eingespannt. Mit ihrem neun Jahre alten Sohn Deniz nimmt sie am Freitag beim Frühstück teil. Immer mit einem Auge auf die spielenden Kinder, erläutert sie ihre anspruchsvolle Aufgabe im Gespräch mit der PZ.

„Ich war selbst ein Pflegekind“, berichtet die 40-Jährige. Ihre Eltern kamen im Jahr 1969 als Gastarbeiter aus der Türkei. Und weil beide arbeiteten, wurde die Tochter in einer Pflegefamilie untergebracht. „Ich bin meinen Eltern sehr dankbar dafür“, sagt Gül Üner. Denn so lernte sie als Kind von Anfang an Deutsch und ihre Muttersprache Türkisch. Die ihr anvertrauten Kinder betreut die ausgebildete Modefachberaterin und Bürokauffrau wie ihre eigenen. Denn: „Die Liebe, die ich bekommen habe, gebe ich heute an meine Kinder weiter“, sagt sie.

Gül Üner klärt von vornherein auch ab, ob die Eltern erlauben, dass die Kinder einen Kuss bekommen dürfen. Wenn sie allerdings „Mama“ zu ihr sagen, korrigiert sie die Kleinen sofort und sagt, sie sei die „Tagesmama“. Kuscheln und Knuddeln gehört allerdings zum Job. „Ich lasse mich nicht aus der Ruhe bringen“, beschreibt Gül Üner, dass man Trotztränen und Weinen aus Schmerz durchaus unterscheiden könne. Und was ist ihre größte Freude? „Wenn mich ein Kind mit strahlenden Augen umarmt, weiß ich, warum ich Tagesmutter bin“, sagt sie.

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