nach oben
Symbolbild: dpa
Symbolbild: dpa
29.05.2019

Kreißsaal im Mühlacker Krankenhaus schließt zum 1. Juni

Mühlacker. Der Betrieb von Kreißsälen in ganz Deutschland ist schwierig, diese Erfahrung teilt das Krankenhaus Mühlacker mit vielen anderen. In den vergangenen zwei Jahren hat man nach der temporären Schließung im September 2016 erneut ein Hebammenteam aufbauen können. Doch nun kommt erneut ein Rückschlag für den Kreißsaal. Zwei der neu ausgebildeten Hebammen wurden schwanger, zwei sind längerfristig erkrankt und zwei haben gekündigt, teilen die Enzkreis-Kliniken mit.

„Es ist nicht einfach mit dem Kreißsaal, auch wenn sich wirklich alle sehr viel Mühe geben und wir in der vergangenen Zeit immer versucht haben, neues Personal zu gewinnen“, so Regionaldirektor Nusser. Erst vor kurzem hat man Hebammen für die Umwandlung in einen Beleghebammenkreißsaal gesucht und dazu einen Informationsabend veranstaltet. „Es sah zunächst positiv aus, da neben unseren angestellten Hebammen auch externe Hebammen kamen. Doch leider war das Interesse nach einer Woche vorbei. Dennoch geben wir die Suche nach einer Lösung nicht auf“, so Nusser weiter.

Die Suche und Umstrukturierung wird jedoch Zeit in Anspruch nehmen, auch weil man wieder neue Kolleginnen ausbilden muss. Für den Kreißsaal in Mühlacker bedeutet dies, dass durch die Personalausfälle ab dem 1. Juni so lange kein Betrieb mehr stattfinden kann, bis die neuen Kollegen einsatzbereit sind. Wann dies ist, kann zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, da dies unter anderem auch von Einzelfällen und Anerkennungsverfahren abhängig ist.

Die Situation ist nicht neu, denn bereits im September 2016 war man am selben Punkt angelangt und musste für einen Monat den Betrieb einstellen. Wie damals werden Schwangere für die Zeit der Umstrukturierung in den umliegenden Geburtskliniken entbinden müssen.

Nach den erfolglosen Bemühungen, den Kreißsaal aus einem eigenen Team heraus aufzubauen, will man nun versuchen, in Kooperation mit anderen Holdingkreißsälen eine Lösung zu finden. „Wir lassen nichts unversucht, einen Kreißsaal in Mühlacker weiterhin anzubieten“, führt Nusser aus. Durch das hieraus entstehende, größere Hebammenteam können kurzfristige Personalausfälle etwas besser kompensiert werden. Ein weiterer Vorteil dieses Modells besteht darin, dass Anerkennungshebammen, welche noch zwischen sechs und neun Monaten Praxiserfahrung benötigen, in anderen Kreißsälen mit mehr Geburten ausgebildet werden können und damit auch schneller Erfahrung sammeln können.

Über die aktuelle Situation wurde am Montagabend auch der Klinikenaufsichtsrat informiert (PZ berichtete). „Die Situation ist erneut unglücklich, aber alle Vertreter im Aufsichtsrat unterstützen ausdrücklich die Suche nach möglichen alternativen Betriebsformen um einen Kreißsaal in Mühlacker zu halten“ so Landrat Bastian Rosenau als Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Mehr zum Thema:

Massive Engpässe, ungewisse Zukunft: Schwieriger Kampf um den Kreißsaal

Kreißsaalbetrieb in Mühlacker steht wohl ganz auf der Kippe