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25.04.2008

Kritik am gemeinsamen Unterricht

ÖLBRONN-DÜRRN. Um die Zukunft der Schulen in Ölbronn und Dürrn zu sichern, diskutierte der Gemeinderat über eine mögliche Kooperation mit der Schule in Neulingen sowie über jahrgangsübergreifenden Unterricht.

„Unsere Dritt- und Viertklässler gehen unter, wenn im kommenden Schuljahr die beiden Klassenstufen zusammengelegt werden. Ein jahrgangsübergreifender Unterricht braucht eine Einführungsphase und sollte in der ersten Klasse beginnen“, kritisierte die Elternvertreterin Janine Veit die mögliche Einführung von jahrgangsübergreifendem Unterricht an der Eichelberg-Schule in Ölbronn. Laut Schulleiterin Rita Wenka könnte im kommenden Schuljahr der Unterricht für die Dritt- und Viertklässler sowie für die Fünft- und Sechstklässler zusammengelegt werden. Allerdings hat sie noch Hoffnung: „In der Grundschule bräuchten wir nur einen zusätzlichen Schüler, um die Klassen getrennt unterrichten zu dürfen“, erklärte sie. Unter den Eltern in Ölbronn-Dürrn hatte die mögliche Zusammenlegung der Klassen drei und vier für einigen Wirbel gesorgt, in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend saßen die Zuhörer dicht gedrängt. „Die schrumpfenden Schülerzahlen an beiden Schulen zeigen die Dramatik der Situation“, sagte Bürgermeister Norbert Holme. Aus diesem Grund habe die Gemeinde bereits Gespräche mit der Schule in Neulingen über eine mögliche Kooperation bei der Hauptschule geführt. In der kommenden Woche sollen diese fortgesetzt werden. Aus pädagogischer Sicht versuchten die beiden Schulleiter, Ansgar Baumgärtner von der Grundschule in Dürrn und Rita Wenka, die Bedenkender Eltern zu entkräften. „Schwierig ist es natürlich bei der Zusammenlegung der ersten und zweiten Klassen, denn die Erstklässler bekommen keine Noten“, meinte Baumgärtner. Im gemeinsamen Unterricht für Dritt- und Viertklässler sehe er dagegen keine Probleme. Unter den Gemeinderäten herrschte die einhellige Meinung, das Zusammenlegen zweier Klassenstufen so lange wie möglich zu verhindern.

Auch die Situation der Kindergärten stand auf der Tagesordnung. So beschloss das Gremium einstimmig, das Mittagessen-Angebot im Waldkindergarten in Dürrn weiterzuführen, auch wenn dies in der Gemeindekasse mit 3000 Euro im Jahr zu Buche schlägt. Zudem will die Gemeinde kräftig in das Kindergarten-Gebäude investieren: 200 000 Euro sind im Haushalt für die Sanierung des Flachdaches, die Erneuerung der Fenster-Fassade und Arbeiten im Inneren eingestellt. „Die Arbeiten an dem Gebäude aus den 70er-Jahren sollen weitgehend in den Sommerferien durchgeführt werden“, kündigte Holme an. In einer Fragebogen-Aktion über die drei Kindergärten der Doppel-Gemeinde wurde bei den Eltern der Betreuungsbedarf für Kleinkinder abgefragt. Die 57 Antworten belegen laut Holme, dass die Einwohner weigehend mit dem vorhandenen Angebot zufrieden sind. Allerdings will sich das Gremium schon bald über ein Gesamtkonzept zur Kinderbetreuung unterhalten, da von einigen Eltern die Betreuung von Kindern zwischen zwei und drei Jahren, von einigen wenigen sogar für Kinder von null bis zwei Jahren gewünscht worden war.