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Als Revierförster Benedikt Trefzer (Mitte) dem Gemeinderat Anfang Mai 2017 die anstehenden Arbeiten im Maulbronner Wald erläuterte, waren die Folgen des neuen Forstreformgesetzes in Baden-Württemberg noch nicht abzuschätzen.  Foto: PZ-Archiv/Lutz 

Kritische Töne zur Waldbewirtschaftung - Alternativen zum Dienstleister Enzkreis in Maulbronn?

Maulbronn. Wenn es allein nach Bürgermeister Andreas Felchle gegangen wäre, dann hätte der Beschluss des Maulbronner Gemeinderats, für die Bewirtschaftung des Kommunalwalds auch künftig die Dienstleistungen des Kreisforstamtes in Anspruch zu nehmen, eigentlich nur eine Formsache sein dürfen. Doch in der Ratssitzung am Mittwochabend kam dies ganz anders und es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion darüber, welche Alternativmöglichkeiten sich der Stadt in Sachen Forstbewirtschaftung bieten könnten.

Nach zähem Ringen entschieden sich die Ratsmitglieder bei elf Ja- und vier Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen schließlich aber doch dafür, wie bisher das Forstamt des Enzkreises mit den Aufgaben im Kommunalwald zu betrauen. Den Startschuss zur Diskussion im Maulbronner Rat hatte LMU-Fraktionssprecher Peter Wilhelm in der Sitzung mit seinem Antrag gegeben, das Thema „Waldbewirtschaftung“ von der Tagesordnung zu nehmen, um Alternativlösungen prüfen zu können. Durch das Forstreformgesetz sind bis zum Januar 2020 alle Kommunen angehalten, sich in diesem Bereich neu zu orientieren. Wilhelm begründete seinen Antrag damit, dass das bisherige Forstkonzept zu wenig Raum für ökologische Belange und Bio-Diversität im Sinne des Allgemeinwohls biete. In Erwiderung von Wilhelms Argumentation warnte Bürgermeister Andreas Fechle derweil eindringlich davor, die Waldbewirtschaftung als Kommune selbst in die Hand nehmen zu wollen. „Dazu braucht es Experten. Wir müssten einen eigenen Förster einstellen und ihn auf einem Markt suchen, den es gar nicht gibt“, sagte Felchle und plädierte dafür, die bewährte Zusammenarbeit mit dem Kreisforstamt beizubehalten.

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