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Größte Gefahr: Der Verkehr wird für die Tiere oft zur tödlichen Falle.
Größte Gefahr: Der Verkehr wird für die Tiere oft zur tödlichen Falle.
Kein Fell hält Frösche und Kröten warm.  PZ-Archiv
Kein Fell hält Frösche und Kröten warm. PZ-Archiv
14.02.2018

Kröten kämpfen gegen klirrende Kälte - Verkehr ist ein Problem

Enzkreis.Kröte, Molch, Lurch und Co. sind dieses Jahr in wärmeren Regionen mit ihren Laichwanderungen deutlich früher dran als sonst. „Wenn es jetzt noch zu Frösten kommt, kann das zum Problem werden“, sagt Fritz-Gerhard Link, von der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg.

Amphibien erwachen ab einer Temperatur von rund sechs Grad aus der Winterstarre. Wenn dann noch die Luftfeuchtigkeit stimmt, ist das, als ob man den Lichtschalter umlegt: Das genetische Programm ist aktiviert. Die Tiere machen sich umgehend auf den Weg vom Winterquartier zu dem Gewässer, in dem sie selbst „geboren“ wurden. Je nach Art legen sie dabei bis 1,5 Kilometer zurück.

Der diesjährige Winter war zu warm. Dazu hat es in den letzten Wochen viel geregnet. Egal ob Erdkröte, Feuersalamander oder der Lurch des Jahres 2018, der Grasfrosch – sie alle sind etwa sechs Wochen zu früh am Start. Dies birgt eine große Gefahr für den Nachwuchs, denn der Laich ist nicht auf Tiefkühlung vorbereitet. Friert er über ein paar Tage ein, werden die Eier in der Regel von einem Pilz befallen und sterben ab. Die Tiere selbst können unter einer zugefrorenen Eisdecke ersticken oder vom Gewicht der Platten zerquetscht werden. „Insgesamt könnte die Population schrumpfen“, befürchtet Link.

Den Nutzen der Amphibien sollte man nicht unterschätzen: Schließlich halten die Tiere dem Menschen viele ihm unliebsame Insekten vom Leib. Hobby-Gärtner freuen sich zudem über die Hilfe der Erdkröten im Kampf gegen die Nacktschnecke.

Auch aus diesem Grund machen sich alljährlich viele Ehrenamtliche auf den Weg, um Frösche, Kröten und Co auf ihren gefährlichen Routen hin zu ihren Laichgewässern zu unterstützen. Eine dieser Engagierten ist Daniela Dörr-Timmerberg vom BUND Maulbronn. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Klaus patrouilliert sie jedes Jahr entlang der Schutzzäune, die beispielsweise von Maulbronn in Richtung Zaisersweiher erreichtet werden und sammelt bei geeigneter Witterung Amphibien ein, um diesen das Queren der Straße zu erleichtern.

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