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Thorsten Wolf startet oft – nach Mühlacker kommt er aber zum ersten Mal. Foto: Privat
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Moderator und Organisator des Mahle-Laufs ist Rafael Treite. Foto: Privat

Lauffreunde nehmen Kurs auf Mühlacker: Wieder über 1000 Teilnehmer beim Mahle-Lauf in der Senderstadt

Mühlacker. Für Thorsten Wolf ist der Mahle-Lauf eine Durchgangsstation. Am Samstag startet er in Mühlacker, genau zwei Wochen später dann beim Marathon in Stockholm. Während es den 44-Jährigen möglicherweise nicht übermäßig lange in der Senderstadt hält, weil es vor dem Sonntag noch Privates zu erledigen gilt, verbindet Wolf die 42,195-Kilometer-Hatz in Stockholm dann mit ein paar Tagen Urlaub. „Ein bisschen Lauf-Tourismus“ mache er nach Christi Himmelfahrt.

Vor knapp einer Woche bestritt Wolf bereits sein zehntes Rennen in diesem Jahr: In Manheim bewältigte er einen Halbmarathon in 1:41,27 Stunden. Beim Mahle-Lauf rechnet er mit einer etwas schwächeren Zeit. Die Strecke ist „welliger“, wie ihm sein „Motivator“ Oliver Rottweiler sagte. Beide laufen für den TV Eutingen. Rottweiler sucht größere Herausforderungen, ist daher anstatt in Mühlacker beim Rennsteig-Lauf im thüringischen Schmiedefeld.

Wolf nimmt auch beim Mahle-Lauf den Halbmarathon ins Visier, bei dem es dann schon eine Zeit um 1:45 Stunden sein soll. Eine Alternative wäre das 10-Kilometer-Rennen, bei dem die Teilnahme übrigens statt 20 Euro nur 13 kostet. „Wenn ich zu müde bin“, belässt es Wolf bei der kürzeren Distanz.

Die Anmeldung über das Internet hat der in Karlsruhe lebende Ersinger nicht genutzt: „Ich bin da immer etwas spontan.“ Für die Nachmeldung muss er spätestens um 8.30 Uhr an Ort und Stelle sein. Aus dem Bett geht es aufgrund der nicht ganz kurzen Anfahrt etwa um 7 Uhr. Ein „kleines Frühstück“ soll es schon geben. Startzeit in Mühlackers Zentrum ist dann 10.20 Uhr.

Nach dem Rennen in der Senderstadt steht für Wolf bis zum dritten Marathon Regeneration an, also kein Rennen mehr, nur noch etwas Training. Vor zwei Jahren war er vom Jogger zum Wettkämpfer geworden. In der Lauf-Szene verankert ist Rafael Treite, der den Mahle-Lauf zum zweiten Mal organisiert hat und ihm noch einmal seine Stimme leihen wird. Moderator ist er beim Lauf in Mühlacker schon ein halbes Dutzend Mal gewesen.

Die Leere auf dem Kelterplatz findet Treite irgendwie gewöhnungsbedürftig. Im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“ spricht er erst vom „Mühlenhof“. Auch als er in den 90ern als Student bei seiner Oma in Pforzheim-Eutingen Quartier bezog, hatte er den damals noch vergleichsweise gefragten Mühlehof nicht wahrgenommen. Trotzdem findet er den Abriss irgendwie schade.

Treite kommt aus München, ist nun in Esslingen zu Hause. Aufgrund der Verbindung zur Großmutter empfindet er aber auch in Mühlacker so etwas wie ein „Heimatgefühl“. Nicht nur, da der Mühlehof weg ist, geht es im Start- und Ziel-Bereich nicht mehr so eng zu: Anders als noch im Vorjahr ist dort kein Süßigkeitenwagen mehr zu finden.

Als Organisator verweist Treite gern auf den wachsenden Zuspruch. 1106 Voranmeldungen verzeichnete er – und dabei stehen Wolf und andere noch gar nicht auf der Liste.

Ralf Kohler

Ralf Kohler

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