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Mit dem schweren Kreuz auf der Schulter quälte sich Guiseppe Bonsignore alias Jesus durch die Straßen von Ötisheim. Foto: Ketterl
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Hunderte Besucher verfolgten das Schauspiel – hier eine Szene aus dem Abendmahl. Foto: Ketterl

Leidvoller Weg in den Tod: Karfreitagsprozession in Ötisheim

Ötisheim. Es ist immer wieder eine eindrucksvolle Inszenierung, die die Laienschauspieler der italienischen Kirchengemeinde Sacro Cuore di Gesù aus Mühlacker bei ihrer Version der Karfreitagsprozession zeigen. Auf höchst emotionale Art und Weise erinnern sie an die letzten leidensvollen Stunden im Leben Christi. Zum 31. Mal fand die Prozession am Karfreitag statt – dieses Mal allerdings nicht im Heidewäldle in Mühlacker, sondern in Ötisheim.

Der Grund für den Ortswechsel: Die Veranstalter hatten sich einfach mehr Platz gewünscht, um den vielen Besuchern einen besseren Blick auf das Gebotene bieten zu können (PZ berichtete).

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Karfreitagsprozession in Ötisheim

Bei bestem Wetter kamen denn auch wieder die Besucher in Scharen, um Anteil an der Leidensgeschichte Jesu zu nehmen. Mit halbstündiger Verspätung g startete das Spektakel schließlich auf dem roten Platz vor der Henri-Arnaud-Schule. Die einzelnen Szenen dort zeigten Jesu bejubelten Einzug in Jerusalem, das Abendmahl, den Verrat durch Judas und die Gefangennahme Jesu. Danach folgten die Szenen der Anklage vor dem römischen Stadthalter Pontius Pilatus sowie die Verurteilung zur Kreuzigung. Die Texte und Gebete wurden dabei wie gewohnt auf italienisch gesprochen und von Erzählern ins deutsche übersetzt. Mit dem Kreuz auf dem Rücken quälte sich Jesusdarsteller Guiseppe Bonsignore dann von der Schule aus die Schönenberger Straße entlang hinab bis zur Öläckerstraße. Von dort ging es weiter zur Kernerstraße und hoch zur Friedhofstraße. Teilweise tief ergriffen und andächtig verfolgten die Zuschauer die einzelnen Szenen, in denen Guiseppe Bonsignore äußerst überzeugend die Leiden Christi darstellte. Die Schmerzen beim Tragen des Kreuzes, der Zusammenbruch, die tiefe Enttäuschung über den Verrat, die öffentliche Demütigung – die Besucher konnten gut erahnen, welches Leid der Heiland in den letzten Stunden seines Lebens ertragen musste.

Die Prozession endete schließlich auf dem Platz vor der Schule mit der Kreuzigungsszene und der Abnahme vom Kreuz.