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In welche Richtung will das Etterdorf künftig steuern? In Kleingruppen wurden in der Lienzinger Zukunftswerkstatt mögliche Weichenstellungen diskutiert. Im Bild die Gruppe „Integration“ mit Moderator Michael Schmidt (links). Foto: Kollros
In welche Richtung will das Etterdorf künftig steuern? In Kleingruppen wurden in der Lienzinger Zukunftswerkstatt mögliche Weichenstellungen diskutiert. Im Bild die Gruppe „Integration“ mit Moderator Michael Schmidt (links). Foto: Kollros
06.02.2017

Lienzinger wünschen sich einen Ort der Begegnung

Mühlacker-Lienzingen. Welch’ Parallele: Wie die Enzberger wollen auch die Lienzinger aus ihrer Kelter „was machen“. Dieser Wunsch trat am Samstag bei der zweiten „Zukunftswerkstatt“ zutage. Sie könnte ein „Ort der Begegnung“ werden. Überhaupt scheint den Lienzingern ein solches Gemeinschaftshaus zu fehlen, in dem auch der Dialog zwischen den Generationen gepflegt werden könnte.

„Ein Arbeitskreis soll sich darum kümmern...“, war mehrfach in den Berichten aus den Gruppen zu hören – und wer wäre als solches Gremium am ehesten prädestiniert? Die Antwort war naheliegend und wurde auch artikuliert: jener Arbeitskreis, der sich im vergangenen Jahr so vorbildlich um die Veranstaltungen zum Ortsjubiläum gekümmert hatte, wäre dafür doch passgenau.

Für die Entwicklungsplanung des Stadtteils fürs nächste Jahrzehnt sollten aus der Bürgerschaft heraus die gedanklichen Weichenstellungen erfolgen. Zum Beispiel wäre ein weiteres Wohngebiet über das kommende „Pferchenäcker“-Quartier hinaus anzustreben. Oder die Einbeziehung des Gründlandgebiets „Hart“ in das Naturschutzgebiet „Ziegelhäule“, beide vor den Toren Lienzingens gelegen. Mit wachem Auge verfolgt werden sollten Verkehrsplanungen im Raum Maulbronn, wo eine Querspange von Zaisersweiher zur Bundesstraße 35 bei Schmie den Verkehr neu kanalisieren könnte. Zu untersuchen wäre nämlich, ob sich daraus Vorteile für Lienzingen ergäben und sich dann die Stadt als Mitstreiter für eine solche Verkehrsführung verstehe.

Nicht nur die künftige Nutzung der Kelter beschäftigt so manche Lienzinger, vielmehr sollten grundsätzlich mal alle Leerstände im Ort auf eine neue Verwendung hin untersucht werden. Irgendwo eine Art Mehrgenerationenhaus einzurichten, wäre eine solche Idee. Oder einen Jugendtreff, den freilich die künftigen Besucher mitgestalten sollten.

Sprachförderung wäre ein ganz anderes Thema, für das im Stadtteil sicher Bedarf bestünde. Gleiches gelte für eine Art Nachbarschaftshilfe, bei der Mitbürger anderen, vielleicht Alleinstehenden, bei Verrichtungen in Haus und Garten zur Hand gehen könnten.

Über neue Wege in der Vermittlung von Kommunalpolitik hat sich eine weitere Gruppe Gedanken gemacht: etwa den Verlauf von Gemeinderatssitzungen in Echtzeit im Internet per Video oder Liveticker verbreiten. Ebenfalls an die Adresse der Verwaltung gerichtet war das Ansinnen, Gemeinderatsprotokolle öffentlicher zugänglich zu machen.

Oberbürgermeister Frank Schneider, der die Präsentationen der Gruppenarbeiten verfolgte, bescheinigte in seinem Schlusswort den Teilnehmern interessante Themenfindungen. Und zu dem konkreten Wunsch nach einem weiteren Neubaugebiet meinte er: „Wenn Lienzingen wachsen will, haben Sie meine Unterstützung.“