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Lust auf Ur-Getreide wächst.
Lust auf Ur-Getreide wächst © Fink
24.06.2011

Lust auf Ur-Getreide wächst

Ur-Getreide im Kraichgau auf dem Vormarsch Die Zeit ist reif. Reif für das Einkorn. Dieses Ur-Getreide wird nach dreijährigem Feldversuch nun in großen Stil von der bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Kraichgaukorn den weiterverarbeitenden Betrieben angeboten.

Und damit kommt auch der Endverbraucher in den Genuss des Ur-Getreides, einer Getreidesorte, die zu den ersten Nutzpflanzen der ackerkulturtreibenden Menschheit zählt. Aufgrund der Nachfrage der Bäckereien hat die Marktgemeinschaft die Anbauflächen erheblich aufgestockt. In der Marktgemeinschaft Kraichgaukorn, die es seit 1990 gibt, sind rund 40 Bäckereien, etwa ebenso viele Landwirte sowie Mühlen zusammengeschlossen. Im Enzkreis und in Pforzheim haben sich vier Landwirte verpflichtet, hohe Qualitätsstandards einzuhalten. Neun Bäcker im Enzkreis und in Pforzheim und auch zwei Mühlen im Enzkreis gehören dazu. Dunkelgrün wogen die Halme des Einkorns im Linkenheimer Wind, die Pflanze „bewegt“, steht nicht so starr wie der Weizen im Feld. 12 Hektar baut Landwirt Reinhard Hecker aus Eppingen im Kraichgau an, seit drei Jahren betreibt er probehalber den Anbau, mit der Aussaat in der letzten Saison landete der den großen Wurf. Und die Erkenntnis, auf Einkorn zu setzen. „Wir wissen nun nach unseren Erfahrungen, wie´s funktioniert.“ Die Aussaat beginnt drei Wochen vor dem Weizen, die Ernte wird eine Woche später eingebracht. 1,5 bis 2 Tonnen pro Hektar sind ein guter Durchschnitt, „auch der Preis stimmt“, so Hecker. Der orientiert sich am Weizenpreis. Markus Hönnige aus Weinsberg hat sich intensiv mit der Verarbeitung des Einkorn befasst. Gärungsprozesse, Körnig- und Feuchtigkeit des Teigs und die Backform wurden genau unter die Lupe genommen. Herausgekommen ist ein backsteinförmiges Brot mit herzhaftem Biss und gehaltvoller Feuchte. Urig eben, wie das unbehandelte Naturprodukt und mit ungewöhnlich hohem Carotingehalt. Der Geschmack ist leicht nussig, das Brot reich an Mineralstoffen und Aminosäuren. fi/kn