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Der beinahe zugewachsene Graben bereitet dem Lomersheimer Siegfried Aichele große Sorgen. Er fürchtet weitere Überschwemmungen und verlangt bessere Pflege seitens der Stadt. Foto: Cichecki
Der beinahe zugewachsene Graben bereitet dem Lomersheimer Siegfried Aichele große Sorgen. Er fürchtet weitere Überschwemmungen und verlangt bessere Pflege seitens der Stadt. Foto: Cichecki
Eine provisorische Absperrung hat schlimmere Schäden verhindert. Foto: Cichecki
Eine provisorische Absperrung hat schlimmere Schäden verhindert. Foto: Cichecki
Verwüstete Gärten und überflutete Kellerräume waren Folgen des Unwetters. Foto: Cichecki
Verwüstete Gärten und überflutete Kellerräume waren Folgen des Unwetters. Foto: Cichecki
13.06.2018

Mangelnder Schutz? – Opfer des Starkregens greifen Stadt Mühlacker an

Mühlacker. Auch Tage nach dem Unglück ist den Anwohnern im Lomersheimer Kreuzweg anzumerken, wie sehr ihnen der Starkregen, der an Fronleichnam insbesondere ihren Stadtteil traf, zu schaffen machte und dies noch immer tut.

Denn in ihren Augen hätten die Auswirkungen der Naturgewalt längst nicht in diesem Maße durchschlagen müssen, wie sie dies letztlich taten. Nämlich dann, wenn sich die Stadtverwaltung besser gekümmert hätte. Diesen Vorwurf erheben Siegfried Aichele und seine Nachbarn – im Übrigen, wie sie mittels einem ausführlichen Schriftverkehr belegen können, nicht zum ersten Mal.

Konkret werfen die Bewohner des Kreuzwegs der Stadt vor, sich nicht ausreichend um einen Wassergraben gekümmert zu haben, der bis hinter ihre Häuser entlangläuft und der dazu gedacht ist, das Regenwasser in geordnete Bahnen zu lenken, das aus Richtung Sender hinab nach Lomersheim über die Äcker und Wiesen gelangt. „Der Graben wird nicht gepflegt und ist bei starkem Regen den Wassermassen überhaupt nicht gewachsen“, klagt Siegfried Aichele im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“ sein Leid.

Dem Lomersheimer war es dieses Mal gelungen, mit Hilfe eines großen Holzbretts das Wasser umzuleiten, weshalb sein Haus vor schweren Schäden geschützt werden konnte. Weniger Glück hingegen hatten Aicheles unmittelbare Nachbarn, deren Gärten durch die Wassermengen buchstäblich zerstört wurden.

Die Vorwürfe der Bürger möchte Holger Weyhersmüller, der Leiter des städtischen Umwelt- und Tiefbauamts, nicht auf sich sitzen lassen. Er sieht die Ursache der Verwüstung durch Oberflächenwasser in anderen Gründen, als ausschließlich in der scheinbar mangelhaften Pflege des Entwässerungsgrabens. „Das Einlaufbauwerk am Graben war zwar verstopft, allerdings durch Gräser und Blätter, die aus den umliegenden Feldern in die Mulde geschwemmt wurden“, erläutert Weyhersmüller.

Die Stadt mäht den Graben ein bis zweimal im Jahr aus, so der Chef des Tiefbauamts. Öfters sei seiner Meinung nach auch gar nicht nötig. Als es nämlich in der Nacht auf den 1. Juni zu den unglücklichen Überschwemmungen kam, war der Graben schließlich ungemäht und habe somit auch nicht zu den überlaufenden Wassermengen beigetragen. Denn strömendes Wasser würde das Gras lediglich umlegen und nicht abreißen. Außerdem floss das Wasser so schnell, dass es gar nicht erst den Weg in den Graben gefunden habe.

Dennoch möchte Weyhersmüller handeln: So könne die Stadt einen neuen Graben bauen, der das Wasser von den Feldern konzentriert in das Einlaufwerk führen soll.

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