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28.07.2008

Mann vor den Augen seiner Enkel im See ertrunken

ILLINGEN. Eine dramatische Rettungsaktion an den Illinger Seen hat gestern ein trauriges Ende gefunden: Die Feuerwehr konnte einen 60-jährigen Mann nur noch tot aus dem Wasser bergen. Er war vor den Augen seiner Enkel ertrunken.

Gegen 11.20 Uhr war die Illinger Feuerwehr mit dem Stichwort „Wasserrettung“ alarmiert worden, die Mühlacker Feuerwehr brachte ein Rettungsboot zur Unglücksstelle. Auf dem Ernst-Maurer-See hatte der 60-jährige Mann aus Illingen mit seinen zwei neunjährigen Enkeln ein ferngesteuertes Boot fahren lassen.

Nach Darstellung der Polizei wurde dieses Boot abgetrieben. Der Großvater legte die Kleidung ab, zog eine Badehose an und schwamm dem Boot hinterher. Nach rund 40 Metern hatte er das Boot erreicht, ging dann aber plötzlich unter. Ein 66-jähriger Mann, der den Vorfall beobachtet hatte, schwamm sofort hinterher, konnte den Verunglückten aber im trüben Wasser nicht entdecken.

Das gelang erst eineinhalb Stunden später den Tauchern der Berufsfeuerwehr Stuttgart, die ebenso wie ein Polizeihubschrauber für die Suchaktion nach Illingen gekommen waren. Zu diesem Zeitpunkt kam für den 60-Jährigen jede Hilfe zu spät.

Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen, Anhaltspunkte für Fremdverschulden liegen nicht vor. Die Familie des Verunglückten wurde durch den Notfallnachsorgedienst betreut. Im Einsatz waren 14 Feuerwehrangehörige aus Illingen und Schützingen sowie vier aus Mühlacker. Sie mussten sich auch um Angehörige des Verunglückten kümmern, die der psychischen Belastung durch die dramatische Situation nicht gewachsen waren.