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Die Situation im Ortskern von Enzberg hat sich zumindest temporär etwas verbessert.  Hepfer
Die Situation im Ortskern von Enzberg hat sich zumindest temporär etwas verbessert. Hepfer
19.07.2017

Maßnahmen zeigen in Enzberg erste Wirkung

Mühlacker-Enzberg. Die Situation bezüglich der Roma ist in Enzberg aktuell etwas entspannter. Die Deutsch-Rumänische Gesellschaft bietet ihre Unterstützung an.

Noch immer erreichen die PZ zahlreiche Anrufe und E-mails, die sich mit der Situation in der Enzberger Ortsmitte befassen. Und auch wenn sich am Grundtenor der Zuschriften und Aussagen wenig geändert hat: Immerhin scheint aktuell eine Verbesserung der Situation eingetreten zu sein. Anwohner schildern, dass es in der Nacht zum Mittwoch endlich einmal nicht zu ausufernden Ruhestörungen gekommen sei. Offensichtlich war die Citystreife über einen längeren Zeitraum vor Ort und hat nach dem Rechten geschaut. Auch Polizeistreifen wurden immer wieder gesichtet.

Interessant ist zudem die E-mail eines Mannes, der sich als einer jener Vermieter vorstellt, in dessen Wohnungen ein Teil der Roma untergebracht sind, die seitens der Anlieger hauptsächlich für die Ruhestörungen und Belästigungen verantwortlich gemacht werden. Der Mann betont gegenüber der PZ, er habe mittlerweile reagiert und „nach mehrmaliger Abmahnung“ den Familien „schriftlich gekündigt“. Das Verfahren laufe momentan, er wisse allerdings nicht, wie lange es dauert, die Personen aus den Wohnungen zu bekommen. „Bei Widerspruch werde ich mein Anwalt verständigen“, so der Vermieter in der Mail an die PZ. Und weiter: „Ich habe gehofft, dass sich diese Leute in unsere Gesellschaft integrieren. Leider hat das nicht geklappt.“

Für Oana Krichbaum, die Vorsitzende der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft Pforzheim-Enzkreis, ist dies keine große Überraschung: „Die Roma sind eine Ethnie, die seit vielen Jahrhunderten so lebt und diesen Lebensstil gewohnt ist.“ Krichbaum packe regelmäßig die Wut, wenn sie von negativen Erlebnissen mit Roma erfahre, „weil viele Leute dann denken, alle Rumänen sind so“. Die Ehefrau des CDU-Bundestagsabgeordneten Gunther Krichbaum habe bereits ihre Hilfe angeboten, warte aber momentan noch auf eine Reaktion der Mühlacker Verwaltung. „Die Stadt müsste auf die Deutsch-Rumänische Gesellschaft zukommen. Dann sind wir gerne bereit, zu helfen und zu vermitteln.“

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