nach oben
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (rechts) nutzte die Gelegenheit und ließ sich vor seiner Ansprache unter anderem den Kreuzgang zeigen. Er besuchte außerdem den Gottesdienst in der Klosterkirche. Foto: Tilo Keller
Das Frühlingsfest lockte zahlreiche Besucher in den Klosterhof. Foto: Schrader
12.05.2019

Maulbronn feiert 25 Jahre UNESCO-Weltkulturerbe mit dem Ministerpräsdienten

Maulbronn. Ein ganz besonderes Jubiläum hatte die Stadt Maulbronn am Sonntag bei ihrem Frühlingsfest zu feiern: Das Kloster Maulbronn zählt nun seit 25 Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe. Dazu gab es für die Bürger ein Festprogramm auf dem gesamten Klosterareal, das mit dem Gottesdienst in der Klosterkirche begann und den ganzen Tag über seltene Einblicke ins Weltkulturerbe ermöglichte. Das ließ sich auch die Polit-Prominenz des Enzkreises und des Landes Baden-Württemberg nicht entgehen. Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg (Grüne), nutzte die Einladung als Ehrengast für einen Besuch im Gottesdienst und einer kurzen Führung.

Bildergalerie: Maulbronn feiert 25 Jahre UNESCO-Weltkulturerbe

„Das Kloster Maulbronn ist ein Juwel unseres Landes und eng verbunden mit unserer Kultur“, sagte er dann später in seiner launigen Ansprache im Klosterhof. Sechs Orte in Baden-Württemberg – einschließlich dem Maulbronner Kloster – gehörten nun zum UNESCO-Weltkulturerbe, „da hätten es sich die Verantwortlichen doch einfach machen und gleich ganz Baden-Württemberg zum Weltkulturerbe ernennen können“, witzelte er. Er gab einen kurzen Einblick in die Geschichte der Zisterzienser-Mönche und deren Einfluss auf ganz Europa – und nutzte dies als Überleitung, um auf die Europawahl am 26. Mai aufmerksam zu machen und für ein vereintes Europa zu werben.

Umfrage

Das Kloster Maulbronn ist seit 25 Jahren UNESCO-Weltkulturerbe. Waren Sie schon dort?

Landesfinanzministerin Edith Sitzmann startete mit einem unglücklichen Versprecher – sie verwechselte Maulbronn mit Heilbronn – ließ dann aber interessante Fakten folgen: 57 Millionen Euro habe das Land Baden-Württemberg in den vergangenen 25 Jahren in den Erhalt des Maulbronner Klosters gesteckt. „Es ist unsere Aufgabe, mit dem Geld der Steuerzahler verantwortungsvoll umzugehen. Und wir finden, es ist in Ordnung, das Kässle des Landes für die Erhaltung des Klosters Maulbronn zu öffnen“, sagte sie und erntete Applaus von den Zuhörern. „Nach der Sanierung ist vor der Sanierung“, betonte sie und machte deutlich, dass das Land auch weiterhin seiner Verantwortung gerecht und in den Erhalt der Stätte investieren werde. Schließlich stellt sie die „besterhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen dar, verdeutlichte Wirtschaftssekretärin Katrin Schütz in ihrer sich anschließenden Ansprache den Wert des Maulbronner Klosters.

Bürgermeister Andreas Felchle erinnerte in seinem Grußwort daran, dass die Zugehörigkeit zum UNESCO-Weltkulturerbe nicht nur eine Marketingstrategie sein sollte. Sie stelle vielmehr eine Verpflichtung dar, „der die Eigentümer auch gerecht werden sollten“. Er freue sich, dass die Besucherzahlen von 100.000 auf rund 270.000 pro Jahr gesteigert werden konnte. Doch es sei ihm wichtig, dass das Klosterareal weiterhin auch ein Ort der Ruhe bleibe. „Wir sind eine kleine Stadt, die Massentourismus nicht gebrauchen kann“, so Felchle.

Neben dem besonderen Jubiläum gab es außerdem einen weiteren Grund zu feiern: Im Namen des Landes Baden-Württemberg überreichte Finanzministerin Edith Sitzmann einen Pokal für die Auszeichnung „Kloster des Jahres 2019“. Entgegen nahmen ihn Barbara Gittinger von der Maulbronner Klosterverwaltung und Petra Pechacek, Konservatorin bei Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, die beide in großem Maße zu der positiven Entwicklung des Maulbronner Klosters beigetragen haben.