nach oben
Bald soll in Maulbronn die Breitbandversorgung verbessert werden. Allerdings nicht mehr mit Hilfe des dazu gegründeten Zweckverbands. Foto: Bayerl
Bald soll in Maulbronn die Breitbandversorgung verbessert werden. Allerdings nicht mehr mit Hilfe des dazu gegründeten Zweckverbands. Foto: Bayerl
22.02.2018

Maulbronn geht eigene Wege bei Breitband-Versorgung

Maulbronn. Es ist ein Paukenschlag: Die Stadt Maulbronn will sich nicht an den Ausbauplänen des Zweckverbands Breitband im Enzkreis beteiligen. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Man bekenne sich unvoreingenommen dazu, dass die Bevölkerung zeitnah und kostengünstig mit Breitbandanschlüssen versorgt wird, heißt es in dem einstimmig gefassten Beschluss. Aber: „Der Gemeinderat ist der Auffassung, dass diese Versorgungsleistung in erster Linie Aufgabe des Bundes ist, und anerkennt, dass die Telekom, welche allzu lange den ländlichen Raum sträflich vernachlässigt hat, nunmehr endlich darangeht, die infrastrukturellen Defizite auszugleichen.“

Man halte die über den Zweckverband für den Vollausbau zu tätigenden Investitionen von mindestens 15 Millionen Euro nicht für angemessen. Denn – das hatte Bürgermeister Andreas Felchle in der vorausgegangenen Diskussion erklärt – die Telekom sei endlich aufgewacht und habe verbindlich zugesagt, bis zum Jahresende in Maulbronn und Zaisersweiher Anschlüsse mit einer Bandbreite von bis zu 100 Mbit zu realisieren. Bis etwa 2020 solle die Bandbreite auf 250 Mbit steigen. Für Schmie habe die Firma Nexiu erklärt, die Bandbreite dort in Abhängigkeit von der Nachfrage bis 2020 auf 100 Mbit erhöhen zu wollen. Diese Maßnahmen würden die Stadt bis 2020 keinen Cent kosten, so Felchle. Ganz im Gegensatz zu den Plänen des Zweckverbands, die, über mehrere Jahre verteilt, für den Ausbau von Glasfaserleitungen bis in die Gebäude (FTTB) etliche Millionen verschlingen würden.

Alternativ wäre theoretisch auch eine Mitverlegung von Glasfaserinfrastruktur entlang des „Rückgrats“ der Technologie, nämlich der neu zu bauenden innerörtlichen Backbone-Trasse, mindestens bis an die Grundstücksgrenzen und eine FTTB-Erschließung der Gewerbegebiete möglich gewesen. Aber, so Felchle, für ihn mache es nur Sinn, sich entweder voll im Zweckverband zu engagieren oder die Sache dem freien Markt zu überlassen.

Mehr lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung - Region Mühlacker“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.