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Einen sogenannten Kummerkasten, wie hier auf der Fotomontage dargestellt, will man sowohl in Schmie als auch in Zaisersweiher hängen lassen.
Einen sogenannten Kummerkasten, wie hier auf der Fotomontage dargestellt, will man sowohl in Schmie als auch in Zaisersweiher hängen lassen. © Fotomontage: PZ
22.09.2011

Maulbronn schließt seine Verwaltungsaußenstellen

MAULBRONN. Der Maulbronner Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die beiden Verwaltungsaußenstellen in den Teilorten Schmie und Zaisersweiher zum 1. September 2012 zu schließen.

Eine Maßnahme, die sich aus Sicht des Gremiums aus mehreren Gründen anbietet: Zum einen wird die bisherige Mitarbeiterin der Verwaltung, die für beide Außenstellen zuständig war, in die Freizeitphase der Altersteilzeit wechseln. Zum anderen wäre ein sinnvoller Fortbestand der beiden Ortsrathäuser nur dann möglich gewesen, wenn erheblich in die technische Ausstattung investiert worden wäre.

„Was ich bei der ganzen Sache betonen möchte, ist, dass es hier nicht um irgendwelche Wertigkeiten zwischen den beiden Ortsteilen und der Kernstadt Maulbronn geht“, betonte Bürgermeister Andreas Felchle. „Aber nüchtern betrachtet ist es nun einmal so, dass wir weder die Verwaltungsstelle in Schmie noch jene in Zaisersweiher benötigen.“

Selbst die Bearbeitung von Reisepässen und ähnlichem müsse inzwischen vom Rathaus Maulbronn übernommen werden, wodurch die Relevanz der Ortsrathäuser noch einmal deutlich gesunken sei.

Friedrich Luz von der Bürgerlichen Wählervereinigung stellte trotzdem in den Raum, dass die Verwaltungsaußenstellen für viele – gerade ältere – Menschen immer wieder ein Anlaufpunkt gewesen seien, um sich zu Treffen oder ein „Schwätzle“ zu halten. „Natürlich sehe ich auch, dass es gute Gründe gibt, die Stellen zu schließen. Aber ich bin in einem Zwiespalt. Mein Verstand sagt schließen, mein Bauch und Herz sagen offen lassen.“ Fraktionskollegin Karin Bohn-Abt wies in diesem Zusammenhang jedoch darauf hin, dass viele Gespräche mit älteren Bürgern bestätigt hätten, dass die Außenstellen inzwischen tatsächlich obsolet seien. „Und um ehrlich zu sein ist es ja so, dass gerade die Älteren die steile Treppe im Rathaus in Schmie überhaupt nicht mehr hinaufkommen.“

Gleichwohl sei es wichtig, darin waren sich alle Stadträte einig, in jedem Ortsteil einen Briefkasten hängen zu lassen, dem sich die Bürger als sogenannten „Kummerkasten“ bedienen könnten. Jürgen Link (BWV) plädierte zudem dafür, im Gemeindeblättle eine ausführliche Erklärung abzudrucken, die den Bürgern den Entschluss zur Schließung der Verwaltungsaußenstellen darlegen soll. Letztlich votierten die Ratsmitglieder bei einer Gegenstimme von Friedrich Luz für die Schließung der Ortsrathäuser. max