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Mindl Beach in Darwin/Australien © Schoppel
20.08.2010

Maulbronner in Australien: Krokodile und Buschbrände

MAULBRONN/AUSTRALIEN. Einen Tag in der Stadt Katherine nutzte ich, um den nahegelegen „Nitmiluk National Park“ anzuschauen. Dort hat sich der Katherine River in den Sandstein gegraben, und schöne Schluchten geformt. Aber nicht nur das, auch Tiere kann man gut beobachten.  

Bildergalerie: Weltreisender aus Maulbronn tourt durch Australien (Teil 2)

Erstmals habe ich mir ein Känguru von Nahem beim Grasen angeschaut, Bäume voll mit Fledermäusen gesehen, sogar Wallebys huschten hier und da über den Weg. Leider konnte ich keines der gefährlichen Salzwasserkrokodile sehen, vor denen auf vielen Schildern gewarnt worden war.
Auf dem Weg zurück nach Katherine traf ich eine schwer bepackte Radlerin aus Deutschland. Nach einem kurzem Gespräch stellten wir fest, das wir im vergangenen Jahr beide um die gleiche Zeit auf dem „Pamir Highway“ in Zentralasien unterwegs waren. Schon vor dem Kakadu Park sah ich Wasserbüffel, viele Vögel und auch Wildschweine, die hier eher eine Seuche sind und nicht gern gesehen werden. Im Park selbst waren dann viele Strecken gesperrt, da sie aufgrund der langen und ergiebigen Regenzeit noch nicht befahrbar waren. Selbst Fußpfade waren gesperrt, da die Salzwasserkrokodile durch das viele Wasser auch in entlegene Wasserlöcher gelangten und erst wieder eingefangen werden mussten.
Berge erheben sich im Park aus der Ebene und waren schon früh bewohnt, das belegen die Felsmalereien der Aborigines, die bis zu 25 000 Jahre alt sind. An mehr als 5000 Plätzen kann man hier Felsmalereien finden. Das zieht natürlich Touristen an. Von April bis Oktober besuchen 200 000 Menschen aus aller Welt den Nationalpark. So war ich auch darauf eingestellt das recht viel los sein würde, aber dank der langen Regenzeit spielte sich das Gedränge eher bei den Moskitos in der Luft ab. Sobald es dunkel wurde und die Temperaturen unter die 30 Grad Marke rutschten, schwirrten die Blutsauger umher und wehe man hatte sich bis dahin noch nicht mit einem Mückenspray eingenebelt.
Rauch verdunkelt Himmel
Der Busch brannte an vielen Stellen, während ich durch den Park radelte. Es war nicht immer angenehm hindurch zu fahren, wenn es auf beiden Seiten der Straße brannte. Da hieß es dann Luft anhalten und zügig durch. Der Himmel verdunkelte sich wegen des Rauchs des Öfteren und das Licht ähnelte dem bei einem Sonnenuntergang. Als ich auf einer Brücke über den Adelaide River fuhr sah ich endlich ein paar der berüchtigten Salzwasserkrokodile. Bis zu fünf Meter lang werden diese Exemplare und dienen als Touristenattraktion, wenn sie sich aus dem Wasser springend ein Fleischstück holen, das ihnen an einem Spieß vom Touristenboot aus angeboten wird. Durch die „Wetlands“, wo ich mich auf einer Damm ähnlichen Straße bewegte, erhaschte ich immer wieder schöne Blicke auf Wasserpflanzen und sah auch ein paar Schlangen, die sich elegant durch das Wasser bewegten.
Lichtfield National Park hieß das nächste Ziel, als landschaftliches Highlight im Norden bekannt. Mit seine vielen Möglichkeiten zum Baden war er für mich als Radler eine willkommene Erfrischung. Herrlich schlängelte sich der kleine Bach über die Felsen und ergoss sich immer wieder in kleine, glasklare Pools, das war meine erste Möglichkeit mich abzukühlen. Was ich unter den verwunderten Blicken anderer Touristen auch machte. Nicht dass man nicht ins Wasser gedurft hätte, aber die Sonne hat ihre Spuren auf mir hinterlassen. Und so hatte ich eine seltsame, starke farbliche Abstufung an Beinen und Armen, die ich immer wieder erklären musste. Die nächste Abkühlung war bald fällig, den zum ersten Mal auf meiner Tour musste ich in den kleinsten Gang schalten, um die steilen Rampen im Park zu meistern. Ganz besonders freute ich mich auf die „Wangi Falls“, weil dort ein besonders großer Pool ist und man auch zelten darf. Schnell war das Zelt aufgestellt, ein Kaffee getrunken und schon machte ich mich zu Fuß auf den Weg. Pech gehabt, auch hier machte die lange Regenzeit wieder einen Strich durch die Rechnung: Wegen Krokodilen war der von zwei Wasserfällen gespeiste Pool gesperrt, dabei hatte ich mich doch so gefreut. Statt dessen wanderte ich auf einem angelegten Pfad durch den schönen Regenwald und genoss bei Sonnenuntergang die Aussicht in die Ebene.
Gefährliche Route
Auch die Parkranger konnten mir bei meinem Abschied vom Lichtfield National Park durch den Regen bedingt nicht genau sagen, ob es mit dem Fahrrad möglich wäre, die nördliche Parkausfahrt Richtung Darwin zu nehmen. Dort wartete eine Schotterstraße mit mehreren Flussdurchquerungen. Probieren wollte ich es auf jeden Fall, denn sonst hätte ich den gleichen Weg nehmen müssen, den ich gekommen war. Ein paar Mal kam ich ins Schlingern, wenn es zu weich wurde und ordentlich eingestaubt wurde ich von den vorbeifahrenden Geländewagen, aber die Flussdurchquerungen stellten keine großen Herausforderungen dar, da sie nicht mehr so viel Wasser führten. Auf einem Campingplatz vor Darwin konnte ich mich und auch das Fahrrad vom Staub befreien, bevor ich in die Stadt einrollte.
Wirbelsturm hinterlässt Schäden
Ausspannen und essen stand in Darwin wie gewohnt ganz oben auf meiner „to do“-Liste. In Darwin, der einzigsten Stadt Australiens, die im Zweiten Weltkrieg bombardiert worden ist, findet man viele Mahnmale und Kriegsdenkmäler. Aber nicht nur die Japaner, sondern auch ein Wirbelsturm verwüstete Darwin am Weihnachtsabend 1974, lies von den 11200 Gebäuden nur noch 400 stehen und kostete 71 Menschen das Leben .
Den Strand besuchte ich nur, um den spektakulären Sonnenuntergang anzuschauen und anschließend auf den beliebten „Mindil Beach Sunset Market“ zu gehen, der viel Kunst bietet aber auch Essensstände wo man sich günstig an asiatischer Küche laben kann.
Wie so oft in Australien ist auch hier das Wasser fest in der Hand von Salzwasserkrokodilen und nebenbei gibt es auch noch Quallen, die tödlich sind. Da begnügte ich mich doch lieber mit einem täglichen Bad im Pool des Hostels. Nun geht es von Darwin aus mit dem Zug in das „Red Center“ Australiens.