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Zum Auftakt zur Bio-Musterregion Enzkreis in der Illingen Ölmühle betonten Marion Mack, Jürgen Krauth, Friedlinde Gurr-Hirsch, Bastian Rosenau und Hilde Neidhardt (von links) die Wichtigkeit regionaler Erzeugnisse. Foto: Kollros

Mehr Bio, mehr nachhaltige Produkte – der Enzkreis mit gutem Beispiel voran

Enzkreis/Illingen. Die Ölmühle der Familie Krauth in Illingen ist Schauplatz der Auftaktveranstaltung zur Biomusterregion Enzkreis gewesen, die die Erzeugung und Vermarktung von „regionalem Bio“ voranbringen soll. Dabei soll die gesamte Bandbreite von im Enzkreis ökologisch erzeugten Produkten im Fokus stehen. Für das Projekt des Agrarministeriums hat der Landkreis nebst vier weiteren im Frühjahr den Zuschlag erhalten.

„Mehr Bio aus der und für die Region“, so lautet das Motto der neuen Strategie, die verstärkt umweltbewussten Verbrauchern die Angebotsvielfalt von Bioprodukten aus dem Enzkreis näherbringen und damit auch schmackhaft machen soll. Man stehe zwar nicht am Null-Punkt, so Landrat Bastian Rosenau, werde aber gleichwohl noch viel zu tun haben, um die Biomusterregion auch tatsächlich mustergültig zu entwickeln. Die Verbraucher sollten einen nachdrücklichen Eindruck dessen erhalten, „wie Bio schmeckt“ und welches Vermarktungspotenzial vorherrsche. Denn, so ergänzte Marion Mack, die sich der Gelegenheit als neu eingestellte Projektmanagerin vorstellte, es sei durchaus ein Unterschied, ob biologisch erzeugte Lebensmittel lange Transportwege bis zum Bioladen oder auch Supermarkt hinter sich hätten, oder vor Ort beim Bauern eingekauft würden.

Die Eindämmung solcher Lebensmitteltransporte aber auch der Verschwendung von Obst und Gemüse stehe deshalb mit ganz oben auf ihrer Agenda. Und sie wisse als Fachreferentin für kontrollierte ökologische Landbauprodukte mit einschlägigem Master-Studium sehr genau, dass regionale Erzeugnisse bei den Verbrauchern immer beliebter würden. Zielsetzung sei, in den nächsten Jahren den Anteil der ökologisch wirtschaftenden bäuerlichen Betriebe auf rund 25 Prozent zu erhöhen (ausgehend von derzeit etwa 10,5 Prozent). Und ihr weiteres Ziel: Die Rahmenbedingungen für die Weiterverarbeitung von Öko-Produkten im Lebensmittelhandwerk und dabei ganz gezielt in Schlacht- und Metzgereibetrieben zu verbessern. Auch sollte sich das Angebot an regionalen Agrarprodukten auch in den Supermärkten erkennbar erhöhen.

„Vielversprechende Zeit“

„Vor Ihnen liegt eine vielversprechende Zeit“, sagte die Staatssekretärin im Agrarministerium, Friedlinde Gurr-Hirsch gegenüber dem im grünen Hemd erschienenen Landrat, „wenn es darum gehe im Musterländle eine Musterregion zu entwickeln, die sie eigentlich schon ist“. Die Landwirtschaft im Enzkreis und ihre Verbände bis hin zum Amt verstünden es seit Jahren, durch Veranstaltungen die Bevölkerung für die regionale Produktion zu sensibilisieren.

Zum Abschluss gab Illingens Ölmüller Jürgen Krauth einen Einblick in seinen Betrieb, der ein technisches Kulturdenkmal darstellt. Vor rund einem Jahrzehnt hatte er die Einrichtung nach fast 30-jährigem Dornröschenschlaf reaktiviert, wo er mit den alten Gerätschaften auf traditionelle Weise hochwertige Speiseöle herstellt.