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24.09.2015

Mehr Flüchtlinge für Schmie: Bürger äußern bei Ratssitzung ihre Sorgen

Die Nachricht, dass im Haus Schmie im kleinsten Maulbronner Stadtteil künftig rund 120 Asylbewerber untergebracht werden könnten, anstatt der bisher 41 Menschen, hat hohe Wellen geschlagen. Zahlreiche Bürger strömten deshalb am Mittwochabend zur Sitzung des Gemeinderats, der unter dem Punkt „Flüchtlinge in Europa und Auswirkungen auf Maulbronn“ auch über dieses Thema beraten wollte. Zuvor bekam jedoch die Bevölkerung das Wort und konnte ihre Fragen stellen.

„Wird sich eine Sozialarbeiterin verlässlich um das Haus Schmie kümmern?“, „Werden nur Familien kommen?“, „Wie viele Flüchtlinge werden tatsächlich kommen?“, „Haben Kindergärten, Schulen und öffentliche Verkehrsmittel überhaupt noch Kapazitäten“, wollten die Anwohner unter anderem wissen. „Viele der Fragen können wir als Stadtverwaltung derzeit gar nicht beantworten“, machte Bürgermeister Andreas Felchle im Anschluss klar. Dazu benötige es zuerst ausführliche Gespräche mit den Fachleuten aus dem Landratsamt des Enzkreises. Zunächst habe er jedoch von den Mitgliedern des Gemeinderats in dieser Sitzung in Erfahrung bringen wollen, welche Haltung diese zu der Bitte des Landrats haben, weitere Flüchtlinge im Haus Schmie unterzubringen. „Ich werde dem Gemeinderat aber heute keine Entscheidung abverlangen“, sagte er. Dennoch sei zeitnah zu klären, ob das Gremium sich vorstellen könne, eine weitere Ausnahmegenehmigung auszusprechen und so eine zusätzliche Belegung des Haus Schmie zu ermöglichen.

Seine eigene Haltung hat der Bürgermeister bereits in einer Brandrede zu Beginn ganz deutlich gemacht. „Das sind keine Zahlen. Das sind keine Statistiken. Das sind Menschen“, erklärte er. Die Flüchtlinge kämen zum Großteil aus einer „wirklich lebensbedrohlichen Situation“. Felchle machte zudem deutlich, dass er nicht davon ausgeht, dass es sich um ein temporäres Problem handelt. „Deutschland wird sich verändern“, erklärte er. In Zukunft werde es eine völlig anders zusammengesetzte Gesellschaft geben. Das Gremium zeigte sich im Anschluss in einer hochemotionalen Debatte uneins. Ein Großteil der Räte äußerte sich aber kritisch.