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Zur Flehinger Narrenmesse in der katholischen St.-Martins-Kirche kamen nicht nur viele Besucher verkleidet, auch Pfarrer Wolfgang Winter (rechts) trug eine Narrenkappe. Foto: Prokoph
Zur Flehinger Narrenmesse in der katholischen St.-Martins-Kirche kamen nicht nur viele Besucher verkleidet, auch Pfarrer Wolfgang Winter (rechts) trug eine Narrenkappe. Foto: Prokoph
06.02.2017

Messe mit Flehinger Fünferrat: Narren holen sich Gottes Segen

Oberderdingen-Flehingen. Rund 400 Menschen haben am Samstagabend die mittlerweile dritte Narrenmesse in Flehingen besucht. In der katholischen Sankt-Martin-Kirche zelebrierte Pfarrer Wolfgang Winter zusammen mit dem Flehinger Fünferrat dabei einen katholischen Gottesdienst.

Der Unterschied zur sonstigen heiligen Messe bestand darin, dass das Gotteshaus randvoll war und der Flehinger Musikverein sowie die Guggemusik „Bichama Scholwadrebla“ musikalisch mitwirkten. Und natürlich auch darin, dass zu Beginn der närrische Schlachtruf mit zweimal „Fünf“ „Balle“ und dann dreimal „Schnee“ „Balle“ erfolgte und das Lied, „An Tagen wie diesen“, zu den anderen Kirchenliedern gesungen wurde. Anders als sonst war natürlich auch die Predigt. Weniger vom Inhalt her, der sich an der momentanen politischen Situation orientierte, sondern, weil sich Pfarrer Wolfgang Winter eine Narrenkappe aufgesetzt hatte und seine Predigt in Reimform zwischen den Kirchenbänken darbrachte. „Seid Licht und Salz und Gott erhalt ´s“, endete Winter zum Schluss. Rund zwei Stunden lang dauerte die Messe, auch deshalb, weil sich bei rund 400 Besuchern die Ausgabe der heiligen Kommunion hinzieht.

Der Flehinger Fünfer-Rat besteht aus dem Präsidenten Reinhard Heckele sowie Thorsten Kolbe, Gerald Hintermayer, Wolfgang Hees und Manuela Lehner-Dörner. Die fünf sind eine lose Gruppe, kein Verein, und organisieren schon seit vielen Jahren den Flehinger Fasching. „Die erste Narrenmesse fand zu unserem zehnjährigen Bestehen im Jahr 2013 statt“, berichtet Fünferrats-Präsident Reinhard Heckele im Gespräch. „Wir wollten das mal ausprobieren“, sagt Heckele. Die Resonanz war dann allerdings so gewaltig, dass die Kirche damals kaum Platz für alle Narren und sonstigen Besucher bot.

„Wir können die Narrenmesse nicht jedes Jahre stemmen“, sagt Heckele. Zudem stimmt sich der Flehinger Fünferrat mit der Jugendfeuerwehr ab, die am selben Tag einen Kappenabend veranstaltet, zu dem die Narren dann nach dem Gottesdienst gehen und feiern können. „Die Narrenmesse bedeutet für uns, Gottes Segen für die Faschingszeit“, bringt Heckele die Narrenphilosophie auf den Punkt.

Und die Idee kommt an, denn unter den Besuchern weilten am Samstag nicht nur Einheimische, sondern auch die Elferräte aus Bretten und Gölshausen.