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Symbolbild: Ein 48-jähriger Mann wurde in einer Bruchsaler Gaststätte tot aufgefunden.
Messerstecherei zwischen zwei Männern endet fast tödlich © PZ-Archiv
17.02.2011

Messerstecherei zwischen zwei Männern endet fast tödlich

MAULBRONN. Vor dem Maulbronner Amtsgericht ist am Donnerstag ein 56-jähriger Mann aus Mühlacker zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten auf Bewährung verurteilt worden, weil er im September vergangen Jahres einen damals 39-Jährigen auf offener Straße niedergestochen hatte.

Der Messerstecherei war ein monatelanger Streit zwischen den beiden ehemaligen Freunden vorausgegangen, der schließlich eskalierte. Neben dem 56-jährigen Messerstecher war ebenfalls das Opfer angeklagt, da dieses während dem vorangegangenen Disput mehrmals auf den Angeklagten eingeschlagen haben soll.
Da die beiden Angeklagten nur sehr gebrochen Deutsch sprechen, musste eine Dolmetscherin jede einzelne Aussage übersetzen. Nach übereinstimmenden Angaben des 56-Jährigen  und des 39-Jährigen  gab es bereits rund ein halbes Jahr vor dem beinahe tödlichen Zusammenstoß der Senderstädter Zwistigkeiten zwischen den beiden.
Ein erstes blutiges Aufeinandertreffen erfolgte im März des Jahres 2010. Damals endete ein Streit in einem Cafe mit einer blutenden Platzwunde auf dem Kopf des Jüngeren, nachdem ihm der damals 55-Jährige ein Bierglas auf die Stirn geschlagen hatte.
„Wir waren einmal wirklich gute Freunde“, erklärte der 39-Jährige im Gerichtssaal. „Aber nach diesem Vorfall war es aus damit“
Zwar habe ihm der Ältere aufgrund des Vorfalls damals freiwillig 500 Euro Schmerzensgeld gezahlt. Bis zum Aufeinandertreffen im September habe es jedoch noch weitere unangenehme Zwischenfälle gegeben: So habe der damals 55-Jährige laut eigener Aussage in ständiger Angst gelebt, dass sich der 39-jährige Mühlackerer an ihm rächen könnte. „Er hat mich mehrmals bedroht und mir den Tod angedroht. Ich konnte nicht mehr ohne Angst mein Haus verlassen“, so der inzwischen 56-Jährige.
Zum lebensgefährlichen Zusammentreffen der beiden kam es schließlich Ende September, als sich die Angeklagten zufällig in der Mühlacker Hindenburgstraße über den Weg liefen. Über das, was dann geschah, machen beide unterschiedliche Angaben. Auch mehrere geladene Zeugen brachten nur wenig Licht ins Dunkel. Fest steht lediglich, dass sich beide Angeklagte in ihrer Muttersprache lauthals anschrien, bevor es zu einem Tritt des 39-Jährigen und dem daraufhin folgenden Messerstich des damals 55-Jährigen gekommen ist. Dieser wollte sich laut Zeugenaussagen, nachdem der Schwerverletzte  zusammengebrochen war, rasch vom Unfallort entfernen. Jedoch nicht, ohne dem am Boden Liegenden noch einige unschöne Worte an den Kopf zu werfen. Letztlich habe sich der damals 55-Jährige nach Aussage eines Zeugen dazu entschließen müssen, am Unfallort zu bleiben und auf die Polizei und den Krankenwagen zu warten, der den Schwerverletzten schließlich in ein Krankenhaus brachte. „Ich hätte ihn andernfalls auch festgehalten“, sagte der Zeuge.
Richter Bernd Lindner sah es letztlich als erwiesen an, dass der 56-Jährige nicht in Notwehr gehandelt hat, weshalb er eine Bewährungsstrafe von einem Jahr für angemessen hielt. Das Verfahren gegen das 39-jährige Opfer wurde gegen ein Strafgeld von 600 Euro ein