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© dpa
26.04.2011

Mit Schusswaffe Kiosk überfallen - Inhaber gefesselt

MÜHLACKER. Mit vorgehaltener Schusswaffe hat ein Unbekannter am Montag einen Kiosk im Bahnhof Mühlacker überfallen, den Betreiber gefesselt und laut Polizei mehrere Tausend Euro erbeutet. Die Suche nach dem Täter läuft.

Es war kurz vor 18 Uhr am Montagabend, als der Täter zuschlug. Am Bahnhof Mühlacker war das aufgrund des Feiertags ein Tag ohne Berufs-, aber mit Reiseverkehr. Kurz bevor die Türen des Kiosks abgeschlossen werden sollten, kam ein Mann ganz in schwarz gekleidet in den Laden und sorgte dafür, dass die Tür zu blieb. Schwarze Hose, schwarzer Kapuzenpullover, maskiert mit schwarzer Sturmhaube, an den Händen Einweghandschuhe: So beschrieb das Opfer später den Täter der Polizei. Mit gezückter Schusswaffe forderte der Unbekannte den Inhalt der Ladenkasse.

Der Überfallene gab das Geld heraus. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde er anschließend in einem Nebenraum an einen Stuhl gefesselt. Der Täter verstaute die Beute in einer dunklen Plastiktüte und verschwand schließlich durch den Hinterausgang. So rekonstruiert die Polizeidirektion Pforzheim den Tathergang nach der Vernehmung des Opfers, das gestern laut Polizeisprecher Wolfgang Schick noch „stark unter dem Eindruck des Überfalls“ stand.

Die Polizei erhofft sich von weiteren Vernehmungen vielleicht noch das eine oder andere Detail. Gesucht wird nach derzeitigem Kenntnisstand ein ungefähr 1,85 Meter großer Mann mit normaler Figur, der laut Beschreibung möglicherweise Südländer gewesen sein könnte.

Einen ähnlich schweren Raub habe es in Mühlacker länger nicht gegeben, sagt Polizeisprecher Wolfgang Schick. Die Umstände lassen die Ermittler davon ausgehen, dass der Überfall vorbereitet und gut geplant verübt wurde und dass der Kiosk demnach wohl auch ausgespäht worden ist. Das und die ungewöhnliche Tatzeit am hellichten Tag und an einem belebten Ort lassen die Polizei hoffen, dass Zeugen den ganz in schwarz gekleideten Täter am Montag kurz nach 18 Uhr gesehen oder dass sie etwas bemerkt haben, was sie vielleicht zunächst nicht in Zusammenhang mit einem Verbrechen gebracht hatten. Auch die Ergebnisse der Spurensicherung stehen noch aus.

Das Opfer hatte es laut Schick selbst geschafft, sich zu befreien und übers Handy die Polizei zu verständigen. Mit der Fesselung des Betreibers habe der Täter aber Zeit gewonnen. Zwischen der Tat und dem Alarm lagen demnach rund 30 Minuten. Die Polizei zog in Mühlacker sofort etliche Streifenwagen zusammen und kontrollierte Personen und Fahrzeuge – bislang ohne Erfolg.
Bei Opfern solcher Überfälle könnten Beamte Möglichkeiten für eine Nachsorge zum Verarbeiten des Erlebten aufzeigen, so Schick weiter: „Manchmal sind die Betroffenen aber auch im Kreis der Familie gut aufgehoben.“ Die Ermittlungen in dem Fall laufen.

Zeugen oder Personen, die Hinweise auf den Täter geben können oder Wahrnehmungen gemacht haben, werden von der Polizei gebeten, sich unter der Rufnummer (0 70 41) 96 93 0 bei der Kriminalaußenstelle Mühlacker zu melden.