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23.10.2008

Mit dem Fiat über Wein-Terrassen hinweg in die Tiefe geflogen

MÜHLACKER-MÜHLHAUSEN. Der Absturz eines Kleinwagens in die Weinberge bei Mühlhausen hat das Umweltamt des Enzkreises auf den Plan gerufen. Seit drei Tagen liegt ein demoliertes Autowrack am Talhang der Enz.

Die betroffenen Anlieger konnten sich die Ursache des Unfalls nicht erklären. Er hat sich angeblich um ein Uhr nachts am frühen Dienstagmorgen ereignet: Ein 18-jähriger Fahrer aus Vaihingen soll bei hoher Geschwindigkeit vom nur drei Meter breiten Asphaltband der Alten Steige in den Weinbergen bei Mühlhausen abgekommen und über mehrere Trockenmauern 15 Meter tief geflogen sein. Der Fiat überschlug sich mehrfach und wurde dann 50 Meter von der Fahrbahn entfernt von Mauern und dem Drahtgeflecht zwischen den Rebstöcken aufgefangen.

Das verletzte Unfallopfer soll morgens um fünf Uhr von einem Radler, der auf dem Weg zur Arbeit auf den Waldäckern war, am Straßenrand sitzend gefunden worden sein. Der Arbeiter alarmierte die Familienangehörigen. „Der Vater des jungen Mannes hat sich mit mir schon am Dienstag in Verbindung gesetzt“, sagte Weinberg-Besitzer Walter Schmierer aus Mühlhausen der PZ. Es werde vermutlich sehr schwierig werden, das Auto aus seinem Weinberg zu holen. Er schlug vor, den Wagen für den Abtransport zu zerlegen.

Skateboard lag im Kofferraum

Inzwischen ist der schwarze Fiat mit einer Plane abgedeckt worden. Aus seinem Kofferraum ragte ein Skateboard heraus. „Wenn das Fahrzeug geborgen worden ist, wollen wir das Erdreich untersuchen lassen, ob Motorenöl oder Benzin ausgetreten ist“, sagte Amtsleiter Armin Sturn vom Umweltamt des Enzkreises. Es handle sich an den Enzschlingen um ein „hochsensibles Gebiet“. So dränge er auf eine zügige Beseitigung des Autowracks.

Die Polizei stellte fest, der Fiat sei durch die Wucht des Aufpralls stark in den Boden eingesunken. Sie hat am Donnerstag konkrete Ermittlungen aufgenommen, um das Geheimnis um den Wagen im Weinberg aufzuklären. Der Halter des Autos sei amtlich zu ermitteln, damit die Geschädigten ihre Ansprüche geltend machen können. Achim Reinhold aus Mühlhausen meinte, im Dorf hätten die Bürger „nicht viel vom nächtlichen Unfall mitbekommen“. Die für den Autoverkehr frei gegebene Straße werde tagsüber fast nur von Bewohnern der Reihenhaussiedlung benutzt. Es machten im Dorf Spekulationen die Runde, warum der junge Fahrer dort die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren habe. Er sei mit hohem Tempo in die Steillagen hineingerast, wo die Leitplanken eine Lücke ließen. Weinberg-Besitzer Giulio Mei sagte, Sachverständige sollten jetzt die Schäden in den Weinlagen feststellen.