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Hoch zu Ross statt in der Kutsche: Die Hochzeitsausstellung im Mühlhausener Schloss zeigt, was am schönsten Tag des Lebens alles möglich ist.  Foto: Nagel
Hoch zu Ross statt in der Kutsche: Die Hochzeitsausstellung im Mühlhausener Schloss zeigt, was am schönsten Tag des Lebens alles möglich ist. Foto: Nagel
07.11.2017

Mit guter Planung zur Märchenhochzeit

Mühlhausen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann feiern sie noch heute. Zumindest jedenfalls bis zur nächsten Märchenhochzeit auf Schloss Mühlhausen. Bei einer Ausstellung konnten sich kürzlich künftige Brautpaare, solche, die es bereits sind oder Besucher, die einfach nur für einen Tag märchenhaft verzaubert werden wollten, von einem erfahrenen Veranstalter, zahlreichen Ausstellern und einem historisch geprägten Ambiente überzeugen.

Veranstaltungsleiterin des Schlosses Andrea Rauschmayer-Fleischer wirkte an diesem grauen Herbsttag weder vom Regen beunruhigt, noch verträumt, sondern in erster Linie kompetent. „Wir überlassen nichts dem Zufall. Es gibt immer einen Plan B“, sagte sie mit einem Zwinkern, bevor sie sich beratend dem nächsten interessierten Paar widmete.

Vom kalten Wind in die wärmenden Gemäuer getrieben, konnten sich die Gäste ihre Geschmacksknospen, umgeben von rustikal anmutender Fachwerk-Architektur, von ausgewählten Köstlichkeiten verwöhnen lassen. Und tatsächlich schien es, als wäre nichts außen vorgelassen worden, das man an dem wohl bedeutsamsten Tag eines Paares vermissen könnte. Von einer möglichen musikalischen Einrahmung der Hochzeitsfeier bis zu künstlerisch anspruchsvoller Tischdeko, sprach die umfangreiche Präsentation des denkmalgeschützten Anwesens die verschiedensten Geschmäcker an.

Ein Attribut, das das Gesamterlebnis mit einer traditionsreichen Note versah, war die mit angeschlossene Genossenschaftskellerei „Lembergerland“, deren Trauben unweit des Gutes wie bereits vor Jahrhunderten reifen. Die edlen Tropfen, so Geschäftsführer Christian Kaiser, würden als Herrschaftsweine bezeichnet, da die Weinterrassen seit der Erbauung im Jahre 1566 Teil des Schlosses sind. Zwischen Besuchern, die sich auf die Weinberge blickend, das ein oder andere Viertelchen aus der Sonderserie der Schlossweine schmecken ließen, berichtete Kaiser aus Erfahrung: „Auf Hochzeiten sind weniger komplexe Weine, als vor allem trinkfreudige Tropfen gefragt.“ Schöntrinken musste man sich das der Öffentlichkeit bereitgestellte Märchen-Bouquet allerdings nicht. Im Weinkeller selbst, der an diesem Tag unter anderem eine Erlebnisweinprobe beherbergt hat, kam bei einer Brautmodenschau rockige Stimmung bei den Zuschauenden auf.

Unter Feuereffekten, Nebel und tänzelnden Lichtern kündigte Martina Schuwerk-Fricke, Inhaberin des Brautmodengeschäftes „Pretty Woman“ feierlich die Vorführung einiger ausgewählter Stücke vor: „Wir hatten die Freude, das Glück und die Ehre bereits zahlreiche Bräute mit ihrem Traumkleid auszustatten.“ Die spektakuläre Aufführung fand ihre Fortsetzung in stimmungsmachenden Liedern und tanzenden Modellen.

Dass die ausstellenden Dienstleister und Hersteller nicht nur in der Komposition einer Modenschau harmonieren, bestätigte Tamara Kittel, Geschäftsführerin des Illinger Cafés „Kommod“, an deren Stand im Spiegelsaal es bunte Süßigkeiten und königliche Hochzeitstorten zu bestaunen gab. Mittlerweile wären durch die jahrelange Zusammenarbeit richtige Freundschaften zwischen den regionalen Veranstaltungsdienstleistern entstanden, so Kittel.

Eingespieltes Netzwerk

Innerhalb des eingespielten Netzwerkes ist Rauschmayer-Fleischer eine Schlüsselfigur. Bis zu drei Jahren stünden sie und ihre Mitarbeiter den Ehepaaren in spe vom ersten Kontakt bist zur Nachbereitung der Hochzeit beratend zur Seite. „Wenn sich ein Paar für eine Feierlichkeit in dem Schloss vorstellen kann, werden zuerst einmal die Terminkalender ausgepackt“, lachte sie. Angesichts der Tatsache, dass bereits Termine bis in das Jahr 2020 belegt sind, müssen Brautpaare offenbar früh aufstehen, um einen Wunschtermin zu reservieren. Nina Schreier, die das Glück hatte, einen geeigneten Zeitpunkt für ihre Hochzeit im nächsten Jahr zu finden, war begeistert von der Kulisse und hat die Räumlichkeiten des Schlosses an diesem Tag zum ersten Mal voll in Szene gesetzt gesehen. Besonders der Kontrast zwischen bodenständig wirkenden, offenen Holzbalken in den Sälen und der Traumschlosskulisse, überzeugte sie. Auch andere Paare, die sich bereits planend an den Feinschliff der Festlichkeiten ihrer Märchenhochzeit gemacht hatten, holten sich Inspiration von den Ausstellern. Den Möglichkeiten schienen augenscheinlich kaum Grenzen gesetzt. Und ob man nun pompös, extravagant oder gutbürgerlich heiraten möchte, am Ende, so verrieten es die romantischen Blicke der besuchenden Paare, wird eine Hochzeit erst mit dem oder der Richtigen zur Märchenhochzeit.