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Mühlacker Jugend und Verwaltung suchen Formen des Dialogs.
Mühlacker Jugend und Verwaltung suchen Formen des Dialogs.
02.08.2011

Mühlacker Jugend und Verwaltung suchen Dialog

MÜHLACKER. Die Jugend der Stadt Mühlacker und Vertreter der örtlichen Verwaltung wollen in Zukunft Wege finden, um besser gemeinsam kommunizieren zu können. Noch ist dabei jedoch offen, wie genau der Dialog vonstatten gehen soll.

Nachdem am vergangenen Wochenende die „Alles was schwimmt“-Party an der Enz verboten und abgesagt worden war und sich daraufhin Jugendliche aus Mühlacker mit einem offenen Brief an die Stadtverwaltung gewandt hatten, meldet sich nun Mühlackers Oberbürgermeister Frank Schneider zu Wort. Der Senderstädter Verwaltungschef weist in einem Schreiben an den Initiator des offenen Briefs, Johannes Macho, darauf hin, dass ein persönliches Gespräch aller Beteiligten im Vorfeld sicher von Vorteil gewesen wäre, um Missverständnisse auszuräumen.

Schneider zeigt sich jedenfalls bemüht, auf die Jugendlichen einzugehen und ist selbst auf der Internetplattform „Facebook“ aktiv, wo sich die Planung der „Alles was schwimmt“-Party und letztlich der Protest gegen die Verwaltung hauptsächlich abgespielt hat. Macho hatte sich in seinem Brief, der ebenso wie das Schreiben Schneiders der PZ vorliegt, darüber beschwert, dass die Stadtverwaltung immer wieder Veranstaltungen, die von Jugendlichen organisiert worden seien, abgeblasen und verboten hätte. Machos Ziel und das seiner Unterstützer sei es daher, in einen offenen und fairen Dialog mit der Stadt zu treten, um Mühlacker gemeinsam nach vorne zubringen.

Für Schneider sind dies alles jedoch Punkte, die längst realisiert worden sind: „Dies sieht man nicht nur bei der bestens organisierten „Fest20zehn“-Party, sondern beispielsweise auch bei der SWR-Party im Freibad oder auch bei dem Rock-Event diesen Freitag“, so Schneider in seinem Schreiben. Bei all diesen Verantlatungen habe es keinerlei Probleme gegeben, da man sich frühzeitig zusammengesetzt und miteinander gesprochen habe.

Ein Einwand, den auch Manuel Hanslian, Pressesprecher der Jugendinitiative Enzkreis, die das „Fest20zehn“ organisiert hat, bestätigen kann: „Im Großen und Ganzen liefen die Gespräche zwischen der Stadt und uns problemlos ab, als es darum ging, das Fest auf die Beine zu stellen. Man kann durchaus von einer guten Atmosphäre sprechen.“ Hanslian versteht auch insbesondere in Bezug auf die „Alles was schwimmt“-Party das Vorgehen der Verwaltung. „Das Risiko, eine solche Veranstaltung ohne ausführliche Planung und frühzeitige Abstimmung mit den Behörden durchzuführen, ist einfach zu groß“, so der Pressesprecher.

Generell müsse man eben damit leben, dass sich die Gesellschaft und die Gesetze in den vergangenen Jahren gewandelt hätten und es heute schlicht nicht mehr möglich sei, ein Großevent ohne detaillierte Vorbereitung auf die Beine zu stellen. „Die Stadt macht ja keine Vorgaben, um die Jugendlichen oder jungen Erwachsenen zu schikanieren, sondern befolgt selbst nur die geltenden Gesetze.“ Eine Diskussion, wie sie nun teilweise anklinge, man solle doch der heutigen Jugend die selben Rechte einräumen, die die jungen Erwachsenen vor dreißig oder vierzig Jahren gehabt hätten, sei daher müßig. „Dann können wir auch darüber diskutieren, warum man innerhalb einer geschlossenen Ortschaft Tempo 50 fahren muss, das wäre ähnlich sinnvoll“, so Hanslian. Mit dem Schreiben von OB Frank Schneider dürfte ein erster Schritt in eine neue Diskussionskultur getan sein. Schneider betont, dass er und die Verwaltung immer offen seien, wenn Jugendliche mit Ideen an ihn herantreten. Aber er betont auch: „Zum Dialog gehören immer zwei.“ max