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Wohlfühl-Atmosphäre bei Musik, Bildern und visuellen Effekten war bei der Mühlacker Kunstnacht am Samstag im Jugendhaus „ProZwo“ angesagt. Foto: Fotomoment
Wohlfühl-Atmosphäre bei Musik, Bildern und visuellen Effekten war bei der Mühlacker Kunstnacht am Samstag im Jugendhaus „ProZwo“ angesagt. Foto: Fotomoment
Im Beisein von Oberbürgermeister Frank Schneider (hinten rechts im Anzug) hält Anna Tomczyk (vorne) zur Eröffnung des Kulturherbstes und der Kunstnacht im Mühlacker Rathaus einen Vortrag. Julia Krämer (von links, Balalaika), Olga Rühl (Gusli) und Kantorin Christina Sauter-Pflomm (Akkordeon) begleiten musikalisch. Foto: Frommer
Im Beisein von Oberbürgermeister Frank Schneider (hinten rechts im Anzug) hält Anna Tomczyk (vorne) zur Eröffnung des Kulturherbstes und der Kunstnacht im Mühlacker Rathaus einen Vortrag. Julia Krämer (von links, Balalaika), Olga Rühl (Gusli) und Kantorin Christina Sauter-Pflomm (Akkordeon) begleiten musikalisch. Foto: Frommer
In der Kelter zeigte die Künstlergruppe Mühlacker ihre „Metamorphosen“. Foto: Fotomoment
In der Kelter zeigte die Künstlergruppe Mühlacker ihre „Metamorphosen“. Foto: Fotomoment
16.09.2018

Mühlacker Kunstnacht eröffnet am Samstag den Reigen des Kulturherbstes

Mühlacker. Am Samstag wurde der Mühlacker Kulturherbst eröffnet. Werke von nicht weniger als 40 Künstlern und drei Künstlergruppen werden, größtenteils bis Ende September, an insgesamt 19 Ausstellungsorten gezeigt.

Gestartet wurde der Veranstaltungsreigen in Form der Kunstnacht 2018 mit einem sprachlich fein komponierten Vortrag von Anna Tomczyk, der sich mit „Metamorphosen“, dem Titel der Ausstellung der Künstlergruppe Mühlacker auseinandersetzte. Untermalt wurde ihr „Kulturen-Dialog“ von Klangcollagen, die Julia Krämer an der Balalaika, Olga Rühl an der selten zu hörenden Gusli und Kantorin Christiane Sauter-Pflomm am Akkordeon beisteuerten.

„Die Kunst kommt zum Publikum, nicht nur das Publikum zur Kunst“, beschrieb Oberbürgermeister Frank Schneider den „Kulturherbst“, der die gesamte Innenstadt Mühlackers und den Einzelhandel mit einbeziehe. Alle Fäden der Veranstaltungen, so führte er weiter aus, seien bei Kuratorin Anastassia Biederstaedt zusammengelaufen. Biederstaedt selbst kündigte im Anschluss an, dass sich das Format der Kunstnacht ändern werde – und dass ab 2020 eine Nachfolgeveranstaltung gemeinsam mit „Mühlacker Aktiv“ etabliert werden solle.

Puppenbühne im Rathaus

Das Rathaus verwandelte das Figurentheater Raphael Mürle zum Auftakt der „Kunstnacht 18“ – erstmals, wie OB Frank Schneider humorvoll betonte – in eine Puppenbühne. Gegenüber, im spanischen Restaurant „La Mesa Española“ boten Gitarrist Martin Mohr und Tänzerin Silvia Cabanillas feurigen Flamenco und im Gemeindesaal der Paulskirche zeigten drei Künstler – Jolanda Rijkeboer, Michael Hellmich und Wolfgang Reibetanz – sowie eine Künstlergruppe (alle aus der Partnerstadt Schmölln) insgesamt 40 unterschiedlichste Werke im Rahmen der mit „Begegnungen“ überschriebenen Kunst- und Orgelnacht. Hier schloss sich an eine Kirchenführung von und mit Annette Luig ein bunter Reigen aus Lesung, Musik und Abendandacht an. Die Lesung Anna Tomczyks wurde von Christian Biederstaedt an der Gitarre begleitet.

Um 20 Uhr brachten Christiane Sauter-Pflomm (diesmal an der Orgel) und Flötistin Clara Neurath Johann Sebastian Bachs Sonate in Es-Dur, den Orgelchoral „Herr Jesu Christ dich zu uns wend“ und Wilhelm Popps Fantasie über Giuseppe Verdis „Rigoletto“ zu Gehör. Um 21 Uhr traten beide erneut auf, mit „Musik zum Träumen“ – einem Repertoire, das von Gabriel Faurés Komposition „Sicilienne“ über den ersten Satz von Wolfgang Amadeus Mozarts Serenade in G-Dur bis zu Robert Schumanns „Träumerei“ reichte. Julia Krämer und Olga Rühl sorgten an Balalaika und Gusli für den musikalischen Schlusspunkt.

Andernorts in Mühlacker kam Peggy Heinrich kurz nach 18 Uhr mit Tochter Luna und Mann Jürgen in die Kelter. Sie schauten sich die Ausstellung „Metamorphosen“ der Künstlergruppe Mühlacker an. Vor allem „Skulpturen“ waren interessant. Die Familie nahm sich Zeit für alle Angebote der Kunstnacht. „Wir möchten alles auf uns wirken lassen“, so die Heinrichs.

„Burlesque Begegnungen“ zeigte der Künstler Hans-Martin Sonntag bei Blumen Berret. Seine aufgehängten theatralischen Possenmotive fügten sich symbiotisch in das Ambiente der Blumendekorationen ein. „Gefühl nach außen tragen“, war hier das Motto. Ein Wunsch des Künstlers, der in Erfüllung ging. Mit dem Besucherandrang war auch Regina Buchner von der Volksbank in Mühlacker zufrieden. Jochen Gerst zeigte dort unter dem Titel „Momente“ seine Holzschnitte. Er erläuterte nicht nur seine fertigen Holzschnitt-Bilder, sondern auch deren Entstehungs-Prozess.

Gedämpftes Licht und Klänge

„Wunderkammer Pro Zwo“ passte als Titel für das, was in Mühlackers Jugendhaus geboten wurde. Gedämpftes Licht, auf den Sofas und im Raum saßen Menschen. Daniel Steinfels als DJ sorgten für ruhige Klänge, in denen die Besucher mit ihren Gedanken schweben konnten. Jan Hubl alias „zwischendrunter“ gab der Musik durch lichttechnische visuelle Raumeffekte weitere Tiefe.

Emirhan Aydin und Freunde sowie Graffiti-Künstler Sven Bruxmeier alias Döser verwischten mit ihren Bildern die Wahrnehmung von Traum und Realität. Außerdem zeigten Xena Mousa und Luna als „The Redheads“ Modeentwürfe, die sie als Schülerinnen der Akademie für Kommunikation in Pforzheim gefertigt haben.